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Berufsbilder der Zukunft

Hand
Hand zeigt auf virtuelles Netzwerk © fotolia

Die Arbeitswelt der Zukunft erfordert Expertenwissen und spezialisierte Fachkräfte. Die berufliche Weiterbildung wird in Zukunft für Unternehmen und Mitarbeiter zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden.

Armbrustspanner, Hauderer und Kesselflicker waren in der Vergangenheit gefragte Tätigkeitsfelder. Während der Armbrustspanner  die Waffen pflegte, trieb der Hauderer das Pferdegespann an und der Kesselflicker kümmerte sich um die Reparatur des Kochgeschirrs. Heute sind diese Berufsbilder fast nur noch auf Mittelaltermärkten anzutreffen, stattdessen gibt es Ausbildungs- und Studiengänge, die noch vor 30 Jahren undenkbar waren. Diese Veränderung der Berufsbilder ist eine logische Folge der Modernisierung der Wirtschaftsstrukturen im Laufe der Zeit, des gesellschaftlichen Wandels und der rasanten Entwicklung technischer Innovationen. Junge Menschen, die heute vor der Berufswahl stehen, finden eine deutlich größere Vielfalt an Möglichkeiten vor als ihre Elterngeneration. Dennoch stehen sie vor der gleichen Frage: Welche Berufe werden in Zukunft gebraucht?

Expertenwissen im Bereich der erneuerbaren Energien bleibt gefragt

Ganz eindeutig ist diese Frage nicht zu beantworten, doch es gibt Branchen, bei denen abzusehen ist, dass sie in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden. Dies gilt zum Beispiel für die Energiewirtschaft, in der das Berlin-Brandenburg Energy Network (BEN) tätig ist. Das BEN ist der Verband der Erneuerbaren Energien und der damit verbundenen Wissenschaftseinrichtungen rund um die Hauptstadtregion. Das Netzwerk begleitet die Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen der erneuerbaren Energien und vermittelt Industriekooperationen zwischen seinen Mitgliedern und interessierten Partnern.

Der Geschäftsführer des BEN, David Wortmann, sieht viele Perspektiven für den zukünftigen Arbeitsmarkt im Bereich der erneuerbaren Energien. Aktuell entständen viele neue Technologien und Standards, aus denen mittelfristig neue Qualifizierungsanforderungen und Bedarfe resultierten. Viele Unternehmen lernten zurzeit selbst noch; beispielsweise in den Bereichen Speicher und komplexe Hybridsysteme werde bald vermehrt Expertenwissen gefragt sein. Insbesondere Hersteller, die schlüsselfertige Systemangebote vertreiben, hätten perspektivischen Schulungsbedarf. Neben den stark technisch fokussierten Berufsbildern hält Wortmann auch einen Energiekaufmann, also einen spezialisierte Ausbildungsberuf in der Energiewirtschaft, für denkbar.

Mikrotechnologen werden flexibler

Ähnlich positive Zukunftsaussichten hat die Branche der Mikrosystemtechnik. Für den Großraum Berlin ist vor allem das Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin (ZEMI) der Ansprechpartner für Wirtschaft und Wissenschaft. Die Geschäftsstelle des ZEMI vermittelt Forschungs- und Technologiekooperationen und unterstützt die Sicherung des Fachkräftebedarfs durch Aus- und Weiterbildung auf allen Bildungsebenen: vom Schülerlabor über Berufsausbildung und Studium bis hin zur Weiterbildung. Ralf Kerl, Koordinator der Geschäftsstelle, führt als Beispiel das „Ausbildungsnetzwerk Hochtechnologie Berlin“ an. Das ZEMI hat damit einen Service aufgebaut, der seit mehr als sechs Jahren Unternehmen in allen Fragen der beruflichen Aus- und Weiterbildung berät. Dabei unterstützen die Betriebe einander bei der Ausbildung, um alle Bereiche des komplexen Berufsbilds des Mikrotechnologen abzudecken.Der Mikrotechnologe ist nach wie vor die zentrale Qualifikation der Branche, und Ralf Kerl kann sich zurzeit keinen komplett neuen Beruf vorstellen. Er ist sich aber sicher, dass die bereits vorhandene Ausbildung weiter flexibilisiert und mit Zusatzqualifikationen unterfüttert werden muss. So gibt es für Mikrotechnologen beispielsweise die Möglichkeit, eine spezielle Weiterbildung für Photovoltaik oder Vakuumtechnik zu absolvieren. Für Kerl ist das Ziel klar: Das ZEMI wird den Ausbau der Aus- und Weiterbildungsplätze weiter vorantreiben, damit auch in Zukunft genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Es wird deutlich, was die heutige Generation der Berufs- und Ausbildungsanfänger von ihrer Elterngeneration unterscheidet: Neben der ungleich größeren Auswahl an Berufen müssen sich junge Leute vor allem darauf einstellen, dass sie heute noch nicht wissen, wie sich ihre Tätigkeit innerhalb der nächsten zehn Jahre verändern wird.

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