Energie und Umwelt

Berlin Sciences Navigator

Erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Berliner Wissenschaftslandschaft.

Bild von Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning
Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning © Cornelia Quaschning

Prof. Dr.-Ing. Volker Quaschning

Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme
an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin

Zur Website von Prof. Dr. Quaschning

Rund 25 Jahre liegen zwischen Professor Dr.-Ing. Volker Quaschning und seinem Ruhestand. 25 Jahre Arbeit – bis dahin, so hofft Prof. Quaschning, könnte sein großes Ziel erreichbar sein: die Umstellung der Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien. Volker Quaschning ist Professor für das Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin und unter anderem spezialisiert auf die Simulation eben solcher Energiesysteme.

„Wir bauen die Zukunft im Rechner nach“

Wie viel Strom erzeugt der Bau einer neuen Solaranlage? Welcher Mix aus Wind- und Solarenergie ist sinnvoll? Wie viel Speicherkapazität braucht es, um gewonnene Energie optimal zu nutzen? Brauchen wir auch langfristig Kernenergie, um genug Strom zu erzeugen? All diese Fragen versuchen Prof. Quaschning und sein Team zu beantworten, um daraus Szenarien einer klimaverträglichen Energieversorgung zu entwickeln. „Wir bauen quasi die Zukunft im Rechner nach“, sagt Prof. Quaschning, „auch gemeinsam mit Studierenden.“

Gemeinsame Projekte mit Studierenden

DESIRE heißt das Projekt, an dem ein Team aus Professoren und Studierenden unter der Leitung von Prof. Quaschning arbeitet. Die Kurzform steht für „Dynamisch erweiterbare Simulationsumgebung für regenerative Energiesysteme“. Und noch ein Studierenden-Projekt liegt Quaschning besonders am Herzen: living EQUIA. Dahinter verbirgt sich ein Solarhaus, das Studierende von drei Berliner Hochschulen gemeinsam entwickelt und gebaut haben. Beim internationalen Wettbewerb Solar Decathlon Europe 2010 in Madrid belegte das Team mit seinem Haus in der Kategorie Solartechnik den ersten Platz. Zwei Jahre lief das Projekt insgesamt, Prof. Quaschning war einer der Hauptbetreuer.

Arbeit für das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum in Spanien

Die HTW Berlin ist die einzige Hochschule in der Stadt mit Lehrstühlen, die sich ausschließlich mit regenerativen Energien beschäftigen. Ein guter Grund für Volker Quaschning, 2004 dem Ruf der Hochschule zu folgen. Zuvor habilitierte er an der Technischen Universität Berlin zu Strukturen einer klimaverträglichen Energieversorgung, bevor er fünf Jahre als Projektleiter für solare Systemanalyse in der spanischen Außenstelle des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt arbeitete.

Zusammenarbeit mit Solarindustrie in und um Berlin

Dann lockte die deutsche Hauptstadt: „Berlins Stellung im Bereich der regenerativen Energien ist herausragend und kann es auch in Zukunft bleiben“, sagt Prof. Quaschning. „Die entsprechenden Köpfe sind hier und die Nähe zur Politik macht die Stadt ebenfalls spannend.“ In Berlin profitieren Quaschning und seine Kollegen nicht nur von wissenschaftlichen Kooperationspartnern wie dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, sondern auch von der Zusammenarbeit mit Solar-Unternehmen in der nahen Umgebung. Etwa 340.000 Arbeitsplätze gibt es inzwischen deutschlandweit  im Bereich der erneuerbaren Energien, viele davon in Berlin und Brandenburg.

„Die Branche ist erwachsen geworden“, sagt Volker Quaschning. Sie wächst stetig und braucht viele qualifizierte Mitarbeiter. Trotzdem ist weiterhin eine besondere Motivation zu spüren, die Quaschning auch bei seinen Studenten bemerkt: „Sie sind enthusiastisch.“ Der Gedanke, etwas Sinnvolles zu tun und einen Beitrag zur Rettung des Klimas zu leisten, ist allgegenwärtig – so wie bei Prof. Quaschning.

Weitere Informationen