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Ein Wooga arbeitet selten allein

Schnelllebig, vielfältig und vernetzt. Unsere Arbeitswelt verändert sich und stellt neue Anforderungen an Arbeitnehmer und Unternehmen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation untersucht diesen Wandel und zeigt mögliche Arbeitsmodelle der Zukunft. Bei dem Berliner Onlinespiele-Entwickler Wooga sind moderne Arbeitsmodelle und eine vernetzte und reaktionsschnelle Unternehmensstruktur schon jetzt Teil der Firmenphilosophie.

Büro
Büro der Firma Wooga © Wooga

Ein standesgemäßes Begrüßungskomitee erwartet den Besucher bei Wooga: Freundliche Monster und farbenfrohe Fabelgestalten stehen im Foyer. Sie sind die Protagonisten des Onlinespiele-Entwicklers, der innerhalb weniger Jahre zu den Marktführern in der Social-Gaming-Branche aufgestiegen ist. Doch welches Geheimnis steckt hinter den Online-Spielen, die überall auf der Welt einen charmanten Zeitvertreib bieten? Wie arbeitet ein Unternehmen in einer so schnelllebigen Branche wie dem Online-Gaming und wie stellt es sich und seine Mitarbeiter auf die zukünftigen Herausforderungen am Markt ein?

Die Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation
Die Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO "Arbeit der Zukunft".

Mit diesen Fragen über die Arbeitswelt von morgen und übermorgen beschäftigt sich die Studie „Arbeit der Zukunft“ des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation. Sie geht in der ersten ihrer drei Thesen davon aus, dass die globalen Angebots- und Nachfragemärkte unbeständiger werden und sich dadurch immer schnellere Produktions- und Innovationszyklen entwickeln werden, auf die Unternehmen zügig reagieren müssen. Die zweite These zeigt, dass die Auswirkungen des demographischen Wandels zu spüren sein werden: Gut ausgebildete Erwerbspersonen sind sich ihres Marktwertes bewusst und möchten über die Rahmenbedingungen der Arbeit mitentscheiden. Zuletzt wird die Entwicklung der technischen Innovationen die Art und Weise der Arbeit vielfältiger zu gestalten. Die Studie wirft die Frage auf, welche Konsequenzen diese Veränderung der Arbeitswelt hat und wie es gelingen kann, unsere Arbeit zukünftig auf unsere persönlichen Lebensentwürfe zuzuschneiden.

Das Unternehmen Wooga begegnet diesen Fragen mit einer transparenten und flexiblen Unternehmensstruktur, die den Mitarbeitern Raum zur Mitbestimmung und Entfaltung lässt. Ein weiteres Erfolgsgeheimnis des Unternehmens wird im Gespräch mit Personalchefin Gitta Blatt deutlich: Die Produkte, die Wooga entwickelt, werden weltweit vertrieben und müssen global funktionieren. Wooga beschäftigt daher mittlerweile Menschen aus über 40 Nationen, die offizielle Unternehmenssprache ist Englisch. Blatt ist sich, genau wie die Verfasser der Fraunhofer-Studie, dessen bewusst, dass der Wettbewerb der Unternehmen um gute Talente in Zukunft deutlich schwieriger wird. Sie und ihre Kollegen gehen daher regelmäßig an die Berliner Universitäten und Fachhochschulen, um den Absolventen die Perspektiven und Tätigkeitsfelder bei Wooga aufzuzeigen. Blatt führt an, dass „gute Absolventen mittlerweile zwei oder drei Jobangebote zur Auswahl haben, so dass am Ende nicht nur das Gehalt, sondern auch das Arbeitsumfeld ausschlaggebend ist.“

Gitta Blatt, Personalchefin bei Wooga © Wooga
Gitta Blatt, Personalchefin bei Wooga.

Die Frage „Wie integriere ich die Arbeit in mein Leben?“ ist essentiell. Wooga versucht, für jeden Mitarbeiter eine zugeschnittene Lösung zu finden. Das gilt für den einzelnen Mitarbeiter, aber auch für die Ausgestaltung der Räumlichkeiten, die die Mitarbeiterteams selbst verantworten können. Für Wooga ist es trotzdem wichtig, dass es eine gemeinsame Grundlage gibt, auf der die Teams arbeiten. Von dem in der Fraunhofer Studie beschriebenen Typus des freien und vernetzten Mitarbeiters, der von überall arbeiten kann, so lange er mit den richtigen Kommunikations- und Datensystemen verbunden sei, hält Blatt nicht viel. Die schnelle direkte Kommunikation sei für den Erfolg von Wooga entscheidend. „Außerdem“, fügt sie augenzwinkernd hinzu „würde das Zwischenmenschliche zu kurz kommen. Das Gespräch an der Kaffeemaschine, der Plausch nach Feierabend in der großen gemeinsamen Küche oder auf der Dachterrasse führen dazu, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen und die Teams besser zusammenarbeiten.“

Wooga zeigt einen Weg, wie Unternehmen mit der Zeit gehen können. Es wird deutlich, dass sich die Art, wie wir arbeiten und die weltweiten Märkte, mit denen wir arbeiten, verändern werden. Diesen Wandel zu gestalten liegt aber nicht nur in den Händen der globalen Märkte, sondern kann von jedem einzelnen Unternehmen und Mitarbeiter vorangetrieben werden, dabei ist es ganz egal, ob bunte Monster zum Leben erweckt werden oder andere Tätigkeit im Vordergrund stehen.

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