Kreativwirtschaft und Kultur

Berlin Sciences Navigator

Erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Berliner Wissenschaftslandschaft.

ESCP Europe: Ein Netzwerk für Europa

Die Business School ESCP Europe lebt und lehrt den europäischen Gedanken

Die ESCP Europe wurde vor fast 200 Jahren in Paris gegründet und ist somit die weltweit älteste Business School. In diesem Jahr feiert sie ein wichtiges Jubiläum: Vor mehr als 40 Jahren wurde die Idee zu einer vernetzten europäischen Managementausbildung mit Standorten in mehreren europäischen Ländern geboren.

Frau
Prof. Dr. Marion Festing, Rektorin ESCP Europe Berlin und Inhaberin des Lehrstuhls für Personalmanagement und Interkulturelle Führung © ESCP Europe Berlin

Im Jahr 1973 beschloss die ESCP Europe ein neues Ausbildungskonzept: Zukünftige Führungskräfte und Manager sollten bereits während des Studiums ihre europäische Identität erleben und eine globale Perspektive entwickeln, um die Integration und Entwicklung Europas voranzutreiben. Zusätzlich zum Sitz in Frankreich wurden weitere Standorte in Deutschland und Großbritannien und später auch in Spanien und Italien gegründet. Der erste deutsche Standort der ESCP Europe wurde 1973 in Düsseldorf gegründet, 1988 folgte der Umzug nach Berlin. Die Hochschule, die in einem zur Jahrhundertwende von Kaiserin Auguste Viktoria eingeweihten Krankenhaus in der Nähe zum Schloss Charlottenburg ihren Sitz hat, erhielt 2003 das Promotionsrecht und erlangte damit die vollständige Anerkennung als wissenschaftliche deutsche Hochschule.

Internationale Vielfalt in Berlin

Seit 2012 ist Prof. Dr. Marion Festing Rektorin des Berliner Campus. Ihr gefällt besonders die internationale Atmosphäre. Als Leiterin des Lehrstuhls für Personalmanagement und interkulturelle Führung an der Hochschule lehrt sie ihre Studierenden das Prinzip der „research- based business school“, welches die ESCP Europe auszeichnet. Das heißt, dass die Studieninhalte wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig mit einem starken Praxisbezug vermittelt werden. Die Studierenden können die Theorie, die sie während des Semesters in den Seminaren und Vorlesungen erlernen, bei sogenannten „company consulting projects“ anwenden. In diesen Fällen wenden sich Unternehmen, die mit der Hochschule kooperieren, mit einer konkreten Fragestellung an die Studierenden. In gemeinsamen Workshops können die Unternehmen dann zusammen mit den Studierenden Lösungen erarbeiten. Einige Studierende des Lehrstuhls Marketing forschen beispielsweise zurzeit an einer Studie zu „Frauen in Führungspositionen“. So wird das theoretische Wissen vertieft und es entstehen wertvolle Kontakte zwischen den zukünftigen Absolventen und den Unternehmen. Die meisten Studierenden der Hochschule haben schon vor ihrem Abschluss konkrete Stellenangebote vorliegen.

Neben der Zusammenarbeit mit Unternehmen gibt es auch gemeinsame Forschungsprojekte mit anderen wissenschaftlichen Hochschulen in Berlin. Prof. Dr. Festing berichtet dazu von einer Kooperation aus ihrem Lehrstuhl. An einem Kurs zu Personalmanagement nehmen zurzeit Studierende der ESCP Europe und der Hertie School of Governance gemeinsam teil. Die unterschiedlichen Schwerpunkte der Studierenden beider Hochschulen würden die Diskussionen sehr bereichern, so Festing.

Verschiedene Wege zum Studienplatz

Die Studienplätze der ESCP Europe sind begehrt, auf einen Platz bewerben sich durchschnittlich zehn Bewerber – und das, obwohl die Studiengebühren größtenteils von den Studierenden selbst finanziert werden müssen. Ein Studienplatz für den einjährigen MEB (Master in European Business) kostet 17 800 Euro, der Executive Master of Business Administration (EMBA), für den fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung sinnvoll sind, kostet rund 51.000 Euro.

Damit eine möglichst vielfältige Bandbreite an talentierten Bewerberinnen und Bewerbern die Chance auf ein solches Studium bekommt, unterhält die Hochschule ein Stipendienprogramm. Es gibt beispielsweise spezielle Stipendien für Frauen, die sich, so Prof. Dr. Festing, mit Mitte 30 oft in der Familienplanung befänden, während ihre männlichen Kollegen in diesem Zeitraum einen MBA anstreben würden. Prof. Dr. Festing ist es ein besonderes Anliegen, Frauen in dieser Lebensphase zu unterstützen und zu ermuntern, sich weiterzubilden. Die Hochschule bietet ebenso Stipendien für Mitarbeiter von Non-profit-Organisationen (NGOs) und für Angestellte aus kleinen und mittleren Unternehmen an. Der ESCP Europe sei es wichtig, so Prof. Dr. Festing, dass in den Studiengruppen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Berufsfeldern und Kulturen zusammentreffen.

Aus Anlass ihres 40-jährigen Bestehens lädt der Berliner Standort der ESCP Europe interessierte Berlinerinnen und Berliner zu einer Reihe von Veranstaltungen ein.

Über die ESCP Europe:

Mit ihren fünf Standorten in Paris, London, Berlin, Madrid und Turin bildet die weltweit älteste Wirtschaftshochschule ESCP Europe ihre Studierenden europäisch aus. Somit lebt und fördert sie aktiv den europäischen Gedanken. Heute hat die ESCP Europe rund 9.000 Studierende aus über 90 Nationen an ihren fünf europäischen Standorten, die von 130 Professoren aus mehr als 20 Ländern unterrichtet werden.

Das Programmportfolio der ESCP Europe umfasst einen Masterstudiengang „Management“ (MIM) für Studierende mit keinerlei Berufserfahrung, den Master of European Business (MEB) für Studierende mit Berufserfahrung von ungefähr zwei Jahren und einen Executive Master of Business Administration (EMBA) für Teilnehmer mit weitreichenden beruflichen Erfahrungen.

Daneben decken weitere spezialisierte Programme eine Vielzahl von Gebieten ab: Kernbereiche wie Finanzen, Marketing oder Strategie, aber auch Themen wie Medienmanagement, Innovation oder Entrepreneurship. Diese spezialisierten Masterprogramme wie zum Beispiel der Executive Master in Energy Management (EMEM) werden als Vollzeit- oder Teilzeit-Executive-Master für Teilnehmer angeboten, die in ihrer Karriere bereits fortgeschritten sind und es vorziehen, berufsbegleitend zu studieren.

Eine Auswahl aktueller Publikationen:

Frank Jacob, Nathalie Prime, Robert Wilken, The ambiguous role of cultural moderators in intercultural business negotiations. Accepted for publication in: International Business Review.

Dowling, P. J., Festing, M., & Engle, A. D. 2013. International human resource management (6th ed.). London et al.: Cengage.onmal die Literaturangaben.

Stefan Schmid: Strategien der Internationalisierung. Fallstudien und Fallbeispiele, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Oldenburg 2013

Weitere Informationen