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Kleider machen heute

Karomuster? In! Enge Röhrenjeans? Out! Die Trends der Mode kommen und gehen, der Ressourcenverbrauch ist enorm. Wie kann Nachhaltigkeit in dieser schnelllebigen Branche trotzdem gelingen? An dieser Frage arbeiten die Masterstudenten des neuen Studiengangs „Sustainability in Fashion“ an der Kunsthochschule für Mode ESMOD in Berlin.

Model
Model auf Lausteg © ESMOD, Marina Hoermanseder

Innovative und gleichzeitig nachhaltige Kollektionen zu entwerfen: Das lernen die Studenten des Studiengangs „Sustainability in Fashion“ an der ESMOD Berlin. „Die private Kunsthochschule für Mode ist mit diesem Studiengang, der bereits seit drei Jahren angeboten wird, Vorreiter und reagiert auf einen immer wichtigeren Trend in der Modebranche“, erklärt Silvia Kadolsky, amtierende Rektorin und Inhaberin der ESMOD Berlin, internationale Kunsthochschule für Mode.

Aktuell entwerfen die Studenten die Hostessen-Bekleidung für die Standbetreuung im deutschen Pavillon auf der EXPO 2015 in Mailand. Diese Kollektion soll nicht nur die innovativen Ideen der Ausstellung verkörpern, sondern auch dem Prinzip der Nachhaltigkeit gerecht werden. Beispielsweise achten die Studenten darauf, dass gewisse Verarbeitungstechniken wie die Veredelung von Knöpfen oder Reißverschlüssen mit Nickel vermieden werden, und es wird vorwiegend mit Stofflieferanten gearbeitet, die organische Stoffe anbieten. Neben der Umsetzung solcher nachhaltigen Prinzipien bei der Herstellung der Kollektionen werden auch andere ökologisch verträgliche Konzepte der Modebranche wie zum Beispiel die „Zero-Waste Fashion“ im Masterstudium thematisiert.

Alle Studenten schließen ihr Studium mit dem Entwurf eigener Kollektionen ab, nicht wenige schaffen es in die Selbstständigkeit und sind sehr erfolgreich. Jüngstes Beispiel sind die beiden Absolventinnen Marina Hoermanseder und Catharina Saffier. Ihre Ideen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet und auf der Londener Fashion Week gezeigt. So gelangen immer mehr Berliner Modetrends in die Welt. Überhaupt nimmt der Einfluss Berlins als Modemetropole gegenüber den etablierten Standorten wie Paris oder Mailand zu.

Dennoch fehlen auf der Berliner Fashion Week, die zweimal jährlich in der deutschen Hauptstadt stattfindet, oftmals die großen Mode-Labels und damit auch entscheidende Kräfte der Branche. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Trend der nachhaltigen Mode trotzdem weiter durchsetzt. Die jungen Absolventen der ESMOD Berlin zeigen bereits jetzt, dass Innovation und Nachhaltigkeit kein Widerspruch ist.


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