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Der Porsche im Knie

Genium, DynamicArm, C-Leg oder 3R39 bedeuten für einige Menschen ein enormes Plus an Lebensqualität. Diese Bezeichnungen stehen für innovative Prothesen modernster Bauart. Damit möglichste viele Menschen einen Zugang zu dem Thema Mobilität und Prothesen bekommen, steht in Berlin das Science Center des Medizintechikherstellers Ottobock. Eintritt frei!

Greifen mit der Hand © ottobock
Greifen mit der Hand © Ottobock

Ein imposanter, weißer Würfel mit organischen Linien entlang der Fensterfront – das futuristische Gebäude zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor lässt viele Passanten staunen. Doch die tatsächlichen Innovationen werden im Inneren des Gebäudes, das als Hauptstadtrepräsentanz des Prothesenherstellers Ottobock fungiert, ausgestellt. Diese Ausstellung zeigt, wie menschliche Mobilität funktioniert und welche Möglichkeiten moderne Prothesen bieten.

Elisabeth Quack, Direktorin des sciencecenters © ottobock
Direktorin des Science Centers, Elisabeth Quack © Ottobock

Anlässlich seines 90-jährigen Bestehens eröffnete das Unternehmen das Science Center in seiner ursprünglichen Heimatstadt Berlin. Ottobock wurde nämlich 1919 in Berlin-Kreuzberg vom Unternehmer Otto Bock gegründet, um die zahlreichen Kriegsversehrten des Ersten Weltkrieges mit Prothesen zu versorgen. Mittlerweile sitzt das Unternehmen in Duderstadt nahe Göttingen und hat sich zum Weltmarktführer entwickelt.

Das Science Center in Berlin soll unter dem Motto „Begreifen, was uns bewegt“ vor allem Berührungsängste gegenüber Betroffenen abbauen. Jeder soll verstehen, was die menschliche Mobilität ausmacht und welche Funktionen moderne Prothesen übernehmen können, wenn ein Fuß, ein Arm oder mehrere Gliedmaßen fehlen. Elisabeth Quack, die Direktorin des Science Centers, erklärt, dass das Konzept des Science Centers ganz unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Neben Schulklassen, Fachbesuchern oder interessierten Touristen auf dem Weg zum Reichstag werden auch angemeldete Delegationen aus dem Ausland durch die Ausstellung geführt. Seit 2009 waren schon über 500.000 Menschen zu Besuch im Science Center. An verschiedenen interaktiven Exponaten können die Besucher auf drei Etagen beispielsweise ausprobieren, wie der Gleichgewichtssinn eines Menschen funktioniert, oder wie es ist, mit einem Rollstuhl durch Berlin zu fahren.

Die Innovationsfreude des Unternehmens spiegelt sich vor allem in der ausgeklügelten Technologie für solche Prothesen wider. Für Elisabeth Quack sind die Mikroprozessoren, die beispielsweise in modernen Knieprothesen wie dem C-Leg stecken, genauso spannend wie die Elektronik in einem Porsche. Mit dem Unterschied, dass das Prothesenknie einem Patienten mit amputiertem Unterschenkel zu einem natürlichen Gangbild verhilft und ihm die Fähigkeit zurückgibt, beinahe mühelos eine Treppe hochzusteigen. Das kann kein Porsche.

Mobilität im Rollstuhl © ootobock
Mobilität im Rollstuhl © Ottobock

Innovativ sind auch die Pläne des Unternehmens, im Prenzlauer Berg ein  sogenanntes „Future Lab“ zu errichten. In einer Denkwerkstatt, einer angeschlossenen Design Academy sowie in einer modernen orthopädischen Werkstatt sollen ab 2015 neue Ideen rund um das Thema Medizintechnik entwickelt werden – Berlin als wachsender Gesundheitsstandort bietet dafür optimale Bedingungen.

 

 

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