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Dr. Leif Schröder @privat
Dr. Leif Schröder @privat

Dr. Leif Schröder

Leiter der Forschungsgruppe "Molecular Imaging"
am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie

Zur Website der Forschungsgruppe von Dr. Leif Schröder

 

 

 

Krankheiten noch früher zu erkennen und die Wirkung von Medikamenten zu überprüfen, ist das Ziel der molekularen Bildgebung – und das Ziel von Dr. Leif Schröder. Am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie entwickelt der Biophysiker sogenannte Xenon-Biosensoren. Mit ihrer Hilfe könnten Mediziner die Veränderung von Zellstrukturen bei der Magnetresonanztomografie (MRT) besser und früher erkennen. Der Europäische Forschungsrat fördert die Arbeit des ehemaligen Emmy-Noether-Stipendiaten in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt fast zwei Millionen Euro.

Leif Schröder nutzt die Xenon-Biosensoren als Kontrastmittel, mit dessen Hilfe bei der Kernspintomografie krankhafte Veränderungen der Zellstruktur besser zu sehen sind. Der eigentliche Biosensor bindet dazu an ein bestimmtes Molekül und dringt in die Zelle ein, während das Edelgas Xenon – in diesem Fall hyperpolarisiert – an den Biosensor bindet und ihn auf dem MRT sichtbar macht. Neu an dieser Methode sind die Tatsache, dass eine geringe Konzentration des Kontrastmittels ausreicht, und der Einsatz von Xenon anstelle von Wassermolekülen wie bisher.

Biosensoren für verschiedene Krankheiten

„Unser Ziel ist es langfristig, die Sensoren so sensitiv zu machen, dass bei einem MRT innerhalb von 15 Minuten ausreichend viele und gute Bilder herauskommen, um eine Diagnose zu stellen“, sagt Leif Schröder. Bis es soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. In fünf Jahren, so hofft Schröder, ist die Methode soweit gereift, dass es Biosensoren für verschiedene Krankheiten gibt und erste Modellversuche mit Tieren möglich sind.

Leif Schröder studierte Physik und Chemie an den Universitäten Göttingen und Heidelberg. Nach seiner Promotion 2003 arbeitete er dann in Berkeley an der University of California im Labor von Prof. Alexander Pines, auch hier schon im Bereich der molekularen Bildgebung. Dass es Leif Schröder von Berkeley nach Berlin verschlug, war „halb zufällig“, wie er sagt. Bei einer Fachkonferenz sprachen Mitarbeiter des FMP Schröder an, fragten ihn, ob er sich vorstellen könne, seine Forschung in Berlin fortzusetzen. Er konnte. Zumal ihm das FMP die notwendigen Voraussetzungen für seine Arbeit bot.

Deutschlandweit einzige Forschungsgruppe fokussiert auf Xenon-Biosensoren

„Um in diesem Bereich zu forschen“, sagt Leif Schröder, „braucht es MRT-Geräte, ein Gerät, um das hyperpolarisierte Xenon herzustellen, und die richtigen Leute.“ All das fand er am Campus Berlin-Buch. Dort leitet er seit 2009 am FMP eine Nachwuchsgruppe zur molekularen Bildgebung. Es ist deutschlandweit die einzige Forschungsgruppe, die sich schwerpunktmäßig mit Xenon-Biosensoren beschäftigt.

Die molekulare Bildgebung an sich aber beschäftigt deutlich mehr Wissenschaftler und auch Unternehmer. Im Imaging Netzwerk Berlin haben sich Forschungsinstitute, Krankenhäuser sowie größere und kleinere Unternehmen zusammengeschlossen, um sich zum Thema Bildgebung auszutauschen. „Die Zusammenarbeit ist gut, auch mit den Unternehmen“, sagt Leif Schröder. Dass die Unternehmen im Netzwerk die Konkurrenz ruhen lassen, sei ziemlich einzigartig in Deutschland.

Große Kooperationsbereitschaft bei Wissenschaft und Wirtschaft

Und auch sonst erlebt Leif Schröder in Berlin eine große Kooperationsbereitschaft. Seine Forschungsgruppe arbeitet mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ebenso zusammen wie mit der Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung. Auch ein großes Pharmaunternehmen hat bereits Interesse an der Zusammenarbeit signalisiert.

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