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Centrum für Schlaganfallforschung Berlin

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Molekulare Bildgebung: Genauer sehen, was passiert

Schlaganfälle sind – nach Herz-Kreislauferkrankungen und vor den Tumoren – die zweithäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Über eine Million Menschen in Deutschland müssen mit den Folgen eines Schlaganfalls leben. Das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt neue diagnostische und therapeutische Ansätze, um die individuelle Behandlung von Schlaganfallpatienten zu verbessern.

 

Interdisziplinär aufgestellt und im Kontakt zur Wirtschaft

 

Das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) an der Charité wird seit Juni 2008 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Forschung am Centrum erstreckt sich über krankheitsbezogene Grundlagenforschung, klinische Forschung und Versorgungsforschung. Das CSB ist interdisziplinär aufgestellt: Hier arbeiten unter anderem Neurologen, Neurochirurgen, Immunologen, Kardiologen, Radiologen, Epidemiologen und Naturwissenschaftler. Das CSB kooperiert mit einer Reihe von Industriepartnern wie Bayer-Schering Pharma, Boehringer Ingelheim, IBM, Meytec, NIRx Medizintechnik, Philips Healthcare und Siemens Medical Solutions. Molekulare Bildgebung, das heißt spezifische Visualisierung von Krankheitsprozessen auf molekularer Ebene mit nicht-invasiven bildgebenden Verfahren, ist einer von vielen Forschungsansätzen des CSB.

 

Schädliche Schlaganfallprozesse stoppen

MRT-Bild eines Kleintieres

Kleintier-MRT-Bild mit der spezifischen Bildgebung beim Schlaganfall: Magnet Resonanz Tomographie (li.) und Nahinfrarot-Fluoreszenzbildgebung © PD Dr. Andreas Wunder, Centrum für Schlaganfallforschung Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin

„Nach einem Schlaganfall werden verschiedene biologische Prozesse aktiviert. Einige davon vergrößern den Schaden, andere dämmen ihn ein oder können sogar zur Wiedererlangung von Hirnfunktion beitragen“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Dirnagl, Direktor der Experimentellen Neurologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Stellvertretender Direktor des CSB. „Ein Ziel unserer Forschung ist es, diese Prozesse detailliert zu diagnostizieren, um die schädlichen Prozesse zu stoppen und die nützlichen zu fördern.“


Krankhafte Vorgänge im Körper schneller erkennen

 

Um die Vorgänge nach einem Schlaganfall besser verstehen zu können, entwickeln die Wissenschaftler neue diagnostische Verfahren auf der Grundlage sogenannter molekularer Marker. Das sind Kontrastmittel, die sich gezielt an Moleküle, die am Krankheitsgeschehen wesentlich beteiligt sind, binden und damit einen genauen Blick auf die Schlaganfallprozesse ermöglichen. Einfach ausgedrückt: Es entstehen Bilder vom Geschehen im Gewebe, an denen Mediziner krankhafte Vorgänge frühzeitig sichtbar machen können – ohne direkten Eingriff in den Körper. Ulrich Dirnagl: „Diese Verfahren werden mit dem Begriff Molekulare Bildgebung zusammengefasst und gelten sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft als ein zentrales Zukunftsfeld der Medizin. Das betrifft nicht nur die Neurologie, sondern auch Herz-Kreislauf- sowie Magen-Darm-Erkrankungen und die Onkologie.“


Neue Möglichkeiten durch ein SPECT/CT-Gerät

 

Um die molekularen Marker zu entwickeln, nutzen die Berliner Wissenschaftler ein neues, hochauflösendes SPECT/CT-Gerät, das sich für die Bildgebung bei  Kleintieren eignet (SPECT = Single Photon Emission Computed Tomography; CT = Computed Tomography). Dirnagl: „Damit ist die nicht-invasive Darstellung von Prozessen wie Entzündungen oder Zellschäden im Gehirn mit einer exakten räumlichen Zuordnung möglich. Das SPECT/CT-System ist für die Entwicklung der molekularen Schlaganfallmarker eine wichtige Voraussetzung.“


Neues Centrum für Kleintierbildgebung in Berlin geplant

Patient beim MRT

Mit dem SPECT/ CT können Marker im Körper genau lokalisiert und dadurch irreversibel geschädigtes Hirngewebe von potenziell rettbarem unterschieden werden.
© Siemens-Pressebild

Zusammen mit den bereits vorhandenen bildgebenden Verfahren kann nun ein Centrum für Kleintierbildgebung an der Charité gegründet werden. Die Eröffnung des Centrums ist für Mai 2010 geplant, wenn alle Systeme in Betrieb genommen sind. Das SPECT/CT ist integraler Bestandteil eines Projekts zur Entwicklung neuer Schadensmarker für die Schlaganfalldiagnostik, das von der Technologiestiftung Berlin (TSB) aus dem Zukunftsfonds Berlin mit 2,2 Millionen Euro gefördert wird. „Ohne die Förderung ist diese Markerentwicklung nicht möglich. Zudem ist das Centrum für Kleintierbildgebung für die Aktivitäten im Bereich der Schlüsseltechnologie – Molekulare Bildgebung – in der Hauptstadtregion von enormer Bedeutung“, erläutert Privatdozent Dr. Andreas Wunder, Projektleiter und Leiter der AG Molekulare Bildgebung am CSB. Er blickt optimistisch in die Zukunft: „Die Voraussetzungen, im Bereich der Molekularen Bildgebung in Deutschland eine führende Rolle einzunehmen, sind sehr gut.“

 

Wissenschaftler und Unternehmer kooperieren im Imaging Netzwerk Berlin

 

Mehrere akademische Arbeitsgruppen und Unternehmen, wie unter anderem Bayer-Schering Pharma, Philips Healthcare und Siemens Medical Solutions, arbeiten an Neuentwicklungen im Bereich der Molekularen Bildgebung und sind im Imaging Netzwerk Berlin (INB) miteinander verbunden. Dieses Netzwerk arbeitet mittlerweile seit 2006 erfolgreich an der Zusammenführung sowie der Koordination der regionalen Aktivitäten im Bereich der Molekularen Bildgebung.

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Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB)

Das Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum. 

 

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Campus Charité Mitte (CMM)

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Ausführliche Informationen zum Campus Charité Mitte finden Sie auf der Homepage der Charité Universitätsmedizin Berlin.

 

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TSB Technologiestiftung Berlin

Die TSB Technologiestiftung ist eine private Stiftung. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie Bildung in Bezug auf innovative naturwissenschaftliche Technologien.

 

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