
Die Gründer der greateyes GmbH: Michael Menz (li.) und Martin Regehly © greateyes GmbH
„Gesunde Forschernaivität“, sagt Martin Regehly und lacht. Die sei es gewesen, die den Geschäftsführer der greateyes GmbH in Adlershof bewogen habe, herrschende Lehrmeinungen anzuzweifeln und gemeinsam mit seinen Mitarbeitern und einem Team der Humboldt-Universität zu Berlin „LumiSolarCell“ zu entwickeln: ein Verfahren, mit dem Unternehmen die Qualität von Solarzellen bereits in einem sehr frühen Stadium der Produktion prüfen können. Etwas, das bis dahin nur bis zu einem gewissen Grad möglich war. Für das sogenannte High-Power LED basierte Photolumineszenz-Inspektionsverfahren für Solarzellen und Wafer hat die greateyes GmbH den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2010 gewonnen.
Kamera zeigt Schäden an Solarzellen
Die Qualitätsprüfung von Solarzellen und -modulen hat sich in den vergangenen Jahren schrittweise verändert. Hatten die Unternehmen zunächst gemessen, wie viel Strom ein fertiges Solarmodul erzeugt, waren sie vor etwa drei bis vier Jahren dazu übergegangen, die sogenannte Elektrolumineszenz zu nutzen. Dabei bringt Strom die Silizium-Solarzelle bzw. das Solarmodul dazu, eine schwache, für das menschliche Auge nicht sichtbare Strahlung abzugeben. Eine hochempfindliche CCD-Kamera, deren Bau der eigentliche Schwerpunkt der greateyes GmbH ist, zeichnet die Strahlung auf. Auf den Bildern lässt sich später erkennen, ob eine Solarzelle beispielsweise Risse oder verunreinigte Stellen hat. Greateyes gehörte zu den ersten Firmen, die ein entsprechendes System dafür anboten.
Fehler zu Beginn der Produktion erkennen

Eine Software steuert das Messgerät und visualisiert die Ergebnisse. © greateyes GmbH
Der Nachteil dieser Systeme: „Auch hier können Hersteller und Händler Fehler erst erkennen, wenn die Solarzellen bereits fertig produziert sind. Denn nur dann ist es möglich, Strom an die Zellen anzuschließen“, sagt Martin Regehly. Deshalb entwickelte die greateyes GmbH das neuartige Photolumineszenz-Inspektionssystem, mit dem Hersteller bereits die Vorstufen der Solarzellen auf Schäden hin untersuchen und ihre Produktion daraufhin optimieren können. Bei dieser Methode regt eine intensive Lichtquelle das Material an, welches wiederum Strahlung erzeugt – die sogenannte Photolumineszenz.
Weltweit einzigartiger Einsatz von LED-Lichtquellen
Weltweit einzigartig am System der greateyes GmbH ist der Einsatz einer LED-Lichtquelle. Bis dahin hatte man ausschließlich Laser zur Photolumineszenz-Messung verwendet. Und die gängige Lehrmeinung war: Es funktioniert nur mit Lasern. Greateyes-Geschäftsführer Martin Regehly sah das anders, er entschied sich, es mit High-Power-LEDs probieren. Sie sind günstiger und weniger gefährlich für die Augen als Laser. Seine Ideen stellte Regehly Prof. Dr. Ralf Reulke vom Lehrstuhl für Computer Vision der Humboldt-Universität zu Berlin vor und überzeugte ihn von einem gemeinsamen Projekt. Prof. Reulke und sein Team unternahmen zahlreiche Versuche mit LEDs – und sie hatten Erfolg.
Standort Adlershof war ein entscheidender Faktor
Etwa eineinhalb Jahre dauerte es von den ersten Versuchen bis zum marktreifen Produkt. Inzwischen hat die greateyes GmbH LumiSolarCell bereits zwei Mal verkauft, unter anderem an ein Solarunternehmen in Asien. „Der Standort Adlershof war ein entscheidender Faktor für das Projekt“, sagt Martin Regehly. Die Wege sind kurz, potenzielle Kooperationspartner nah. „Wir selbst können nicht in dem Maße forschen wie die Universitäts-Institute. Deshalb profitieren wir von der Nähe zu ihnen.“ Für die Zusammenarbeit mit Prof. Reulke und seinem Team gibt es bereits neue Ideen.
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Das Unternehmen mit Sitz in Adlershof ist auf die Entwicklung und Produktion hochsensibler CCD Kameras spezialisiert. Darüber hinaus liefert die greateyes GmbH Systeme zur Inspektion von Solarzellen und -modulen in die ganze Welt.

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