
Prof. Zimmermann bringt eine der magnetischen Sonden an. © ZIM Plant Technology GmbH
Wenn die Oliven auf dem Feld in Spanien Wasser brauchen, löst das ein Signal im brandenburgischen Hennigsdorf aus. Dort hat die ZIM Plant Technology GmbH ihren Sitz. Sie hat ein Verfahren entwickelt, um den Wasserhaushalt von Pflanzen in Echtzeit über das Internet zu überwachen – und erhielt dafür den Innovationspreis Berlin Brandenburg 2011.
Wichtigster Bestandteil des neuartigen Messprinzips ist eine magnetische Sonde mit einem Drucksensor, die von beiden Seiten an einem Blatt befestigt wird. Diese Sonde misst den Zell-
innendruck des Blattes, den sogenannten Turgor. Je niedriger der Turgor, desto trockener ist die Pflanze. Alle fünf Minuten sendet die Sonde ein Signal, das via Internet ZIM Plant Technology erreicht. Das Unternehmen informiert dann wiederum den Besitzer des Feldes. „Wir sind quasi direkt an der Pflanze dran“, sagt Simon Rüger, der Geschäftsführer von ZIM Plant Technology.
Daten direkt von der Pflanze
Alle bisherigen Messmethoden waren entweder boden- oder wetterbasiert, so Rüger. Gemessen wurde also indirekt. „Damit wissen Sie aber nicht unbedingt, wie es Ihrer Pflanze wirklich geht.“ Mit dem Messprinzip von ZIM Plant Tech-
nology können Landwirte und Gärtner weltweit nun die Bewässerung ihrer Pflanzen optimal einstellen. Das spart Wasser und Geld. Zudem müssen die Landwirte und Gärtner nicht mehr all ihre Felder abfahren, um zu prüfen, wie trocken die Pflanzen sind – das übernimmt die Technik. „Wir empfehlen, dafür etwa sechs Sonden auf einer Fläche von 30 bis 40 Hektar anzubringen“, sagt Simon Rüger.

Die magnetische Sonde wird direkt am Blatt befestigt. © ZIM Plant Technology GmbH
Dank der Möglichkeit, die Bewässerung von Pflanzen gezielt zu steuern, können Landwirte und Gärtner auch die Qualität ihres Anbaus steigern. Werden beispielsweise Rebstöcke gezielt unter Stress gesetzt, bekommen also weniger Wasser, entwickeln sie ein besonderes Aroma, erklärt Simon Rüger. Darüber hinaus nutzen Botanik- und Umweltinstitute die Technologie von ZIM Plant Technology für ihre For-
schung. Sie testen beispielsweise, welche Baumarten am besten geeignet sind für das sich stetig verändernde Klima. „So kann man Aufforstung gezielt steuern“, sagt Rüger.
Biotechnologie-Professor entwickelte das Messprinzip
Die Grundlagen für das neuartige Messprinzip legte Prof. Dr. Ulrich Zimmer-
mann im Jahr 2007, damals Vorstand des Lehrstuhls für Biotechnologie der Universität Würzburg. Mit seinem Team führte er zahlreiche Feldversuche auf der ganzen Welt durch, u.a. in Australien, Israel und Spanien. „Dadurch hatten wir quasi zwei Sommer, die wir nutzen konnten“, sagt Simon Rüger, der Geschäftsführer von ZIM Plant Technology. Der Durchbruch zum marktreifen Produkt kam dann Anfang 2011, etwa zeitgleich mit der Firmengründung im brandenburgischen Hennigsdorf, nahe Berlin.
Der Standort hat mehrere Vorteile für das junge Unternehmen. „Da ist zum Beispiel die Nähe zur wachsenden Internetmetropole Berlin“, sagt Simon Rüger. „Da wir eine internetbasierte Technologie anbieten, brauchen wir eine gute Entwicklungsumgebung.“ In Brandenburg selbst kooperiert das Unternehmen darüber hinaus in einem Verbundforschungsprojekt mit der Hochschule Eberswalde. Zudem bieten die sandigen Böden Brandenburgs dem Team eine gute Umgebung für weitere Versuche. „Wir entwickeln derzeit neue Sensoriken für Nadelbäume und Früchte“, sagt Simon Rüger. Zudem soll das System langfristig in der Lage sein, den Auftraggeber direkt, also ohne Umweg über ZIM Plant Technology, zu informieren und auch die Wasserpumpe automatisch zu aktivieren.
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Die ZIM Plant Technology GmbH hat ihren Sitz im brandenburgischen Hennigsdorf und ist auf die Fernüberwachung des Wasser-
haushaltes von Pflanzen spezialisiert.