Prof. Dr.
Peter-André Alt
Präsident der Freien Universität Berlin
(Foto: FU Berlin, Bernd Wannenmacher)

Präsident der Freien Universität Berlin
(Foto: FU Berlin, Bernd Wannenmacher)
1979 war Professor Peter-André Alt noch Student an der Freien Universität, seit Mai 2010 ist er nun ihr Präsident. Im Interview spricht er über Berlin als Wissenschaftsstandort, erfolgreiche Kooperationen mit der Wirtschaft und die großen Stärken der Freien Universität Berlin.
Professor Alt, inwieweit arbeitet die Freie Universität Berlin mit der Wirtschaft zusammen?
P.-A.A.: In Berlin sind Wirtschaft und Wissenschaft eng miteinander verzahnt. Die Freie Universität kooperiert beispielsweise mit industriellen Partnern wie Aventis, Pfizer und Telekom in zahlreichen Projekten. Zusätzlich betreiben wir Auftragsforschung und patentieren und vermarkten Erfindungen. Wissenstransfer ist eben nur im Dialog erfolgreich.
Welches Projekt ist beispielhaft für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft?
P.-A.A.: Erst vor kurzem haben wir die Kooperation mit IBM vertieft. Wissenschaftler der Freien Universität und IBM arbeiten im „InformA“-Projekt zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung eng zusammen. Ein Ergebnis dieser Kooperation war die Entwicklung eines innovativen Lesegeräts für sehbehinderte Menschen. Ein weiterer Aspekt der Partnerschaft ist der Ausbau von Praktikumsangeboten bei IBM für Studierende mit Behinderung.
Was macht Berlin als Wissenschaftsstandort einzigartig?
P.-A.A.: Hier sind in unübertroffener Verdichtung universitäre und außeruniversitäre Forschung gleichermaßen stark vertreten. Wir arbeiten zum Beispiel intensiv mit der Fraunhofer Gesellschaft, mit den unterschiedlichen Leibniz-Einrichtungen und der Helmholtz-Gemeinschaft zusammen. Allein auf dem Campus Dahlem der Freien Universität Berlin befinden sich vier große Max-Planck-Institute, die mehr als 200 Einzelprojekte betreiben. Wir werden uns in Zukunft vor allem zum Zweck der gemeinsamen Nachwuchsförderung verbinden, weil wir voneinander profitieren können: die Max-Planck-Institute durch unsere herausragenden Programme zur Promotionsförderung, wir durch das hohe Forschungspotenzial außeruniversitärer Einrichtungen.
Wo liegen die Stärken der Freien Universität Berlin?
P.-A.A.: Wissenschaftlicher Exzellenz haben wir den Aufbau von Graduiertenschulen, Forschungsclustern und die Weiterentwicklung der drei neuen strategischen Zentren an der Freien Universität Berlin zu verdanken. Das Center for International Cooperation betreibt gezielte Projektförderung beim Aufbau strategischer Partnerschaften mit auswärtigen Spitzenuniversitäten. Das neu geschaffene Center for Cluster Development erarbeitet Perspektiven für mittelfristige Forschungsplanung im europäischen Wirtschaftsraum. Diese Aufgabe kann in Berlin erfolgreich umgesetzt werden, da hier das Potenzial für interdisziplinäre Vorhaben und die dafür notwendige kritische Masse unterschiedlichster Fächer existiert. Unsere Dahlem Research School operiert als Dacheinrichtung für die Förderung von Spitzennachwuchs in internationalen Promotionsprojekten.
Über Peter-André Alt
Der Literaturwissenschaftler Professor Dr. Peter-André Alt habilitierte sich 1993 an der Freien Universität Berlin. 1995 folgte er dem Ruf an die Ruhr-Universität Bochum als Professor für Neuere deutsche Literatur. 2002 wechselte er auf einen Lehrstuhl an der Universität Würzburg, 2005 wurde er an die Freie Universität berufen. Seit Mai 2010 ist Alt Präsident der Freien Universität Berlin. Seit 1985 hat Peter-André Alt 14 Monographien, rund 90 Aufsätze, viele Rezensionen, Editionen und vier Sammelbände zur deutschsprachigen und europäischen Literatur des 17., 18. und 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Zu seinen Werken zählt seine 1500-seitige zweibändige Schillerbiographie, für die er 2005 den renommierten Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar erhielt. 2008 erhielt er zudem im Rahmen der Initiative „Pro Geisteswissenschaften“ das Opus-Magnus-Stipendium der Stiftungen Volkswagen und Thyssen für den Abschluss seines Buchprojekts „Ästhetik des Bösen“.
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Die Freie Universität Berlin gehört zu den wissenschaftlichen Top-Adressen. Sie zählt zu den neun deutschen Hochschulen, die in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in allen drei Förderlinien erfolgreich abgeschnitten haben und deren Exzellenz-Zukunftskonzepte gefördert werden.