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Bernd Reissert

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Prof. Dr.

Bernd Reissert

Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin
(Foto: HWR Berlin)

Seit April 2010 ist der Politikwissenschaftler Professor Dr. Bernd Reissert Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin. Im Interview sagt der Wahlberliner, welche Projekte ihm besonders am Herzen liegen, wo er die Stärken der HWR sieht und wie er den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördert.

 

Was schätzen Sie an Berlin?

Bernd Reissert: Berlin war schon immer eine tolle Kultur- und Wissenschaftsstadt. Aber seit 1990 ist die Stadt für mich als Politikwissenschaftler noch einmal interessanter geworden. Die Nähe zur Politik macht es so spannend.

 

Warum?

B.R.: Ich finde es spannend, politische Prozesse nicht nur zu beobachten, sondern mich aktiv in öffentliche Debatten einzubringen. Ich war zum Beispiel damals an den Hartz-Reformen beteiligt.

 

Gibt es in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit auch Anknüpfungspunkte zur Wirtschaft?

B.R.: Sicher. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Ich forsche also mit direktem Bezug zur Wirtschaft und beschäftige mich mit dem Fachkräftemangel und dem demographischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Die Kontakte von uns Arbeitsmarktforschern mit Unternehmen und Wirtschaftsverbänden gehen dabei in beide Richtungen. Wir führen Erhebungen in Betrieben durch und stellen später unsere Ergebnisse zur Verfügung.

 

Gibt es ein Projekt, das Ihnen als Wissenschaftler besonders am Herzen liegt?

B.R.: Die aktuelle Umgestaltung der Organisation von Hartz IV. Ich war an der Debatte beteiligt, weil ich zu bestimmten Punkten selbst geforscht und die Effekte untersucht habe.

 

Und ihr wichtigstes Projekt als Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht?

B.R.: Das ist ganz klar, aus zwei Hochschulen eine zu machen. Im April 2009 sind die Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin und die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR) Berlin zu einer Hochschule verschmolzen.

 

Was ist der Vorteil dieses Zusammenschlusses?

B.R.: Wir können den Studierenden eine Management-Qualifizierung sowohl für den privatwirtschaftlichen als auch für den öffentlichen und gemeinnützigen Sektor bieten. Und die beiden Bereiche können voneinander lernen und profitieren. Das sehe ich als große Stärke der Hochschule.

 

Welche Stärken sehen Sie außerdem an der HWR?

B.R.: Wir sind eine der internationalsten Hochschulen in Berlin. Fast alle unsere Masterstudiengänge sind auf Englisch. 40 Prozent unserer Masterstudenten kommen aus dem Ausland. Das schafft ein sehr angenehmes Klima. Außerdem hilft diese Erfahrung unseren Studierenden später im Beruf.

 

Und wie fördern Sie den Austausch Ihrer Hochschule mit den Praktikern?

B.R.: Wir ermuntern unsere Professoren, die Kontakte, die sie in die Praxis haben, dauerhaft zu pflegen. Sie können praxisnah forschen und innerhalb von bestimmten Grenzen Nebentätigkeiten ausüben, zum Beispiel als Berater in Unternehmen und Verbänden. Das nützt der Hochschule und den Studierenden. Unser wissenschaftlicher Anspruch bringt uns nichts, wenn wir ihn nicht ständig mit der Praxis konfrontieren.

 

Wie sieht das konkret aus?

B.R.: Wir laden beispielsweise Mitarbeiter von Unternehmen und Verbänden als Referenten ein und haben viele Lehrbeauftragte, die hauptberuflich in der wirtschaft tätig sind. Und wir arbeiten in Entwicklungsprojekten mit vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Berlin und Brandenburg zusammen. Allerdings schauen wir auch über die Grenzen der Region hinaus.

 

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick in die Zukunft. Wie wird sich Berlin ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren als Wissenschaftsstandort entwickeln?

B.R.: Berlin ist als Wissenschaftsstandort gut positioniert. Um das Niveau zu halten, braucht die Wissenschaft in Berlin stabile finanzielle und politische Rahmenbedingungen Das nützt sowohl der regionalen als auch der überregionalen Wirtschaft. Denn Bildung und Wissenschaft sind zentral für die Wirtschaftsentwicklung.

 

Über Prof. Dr. Bernd Reissert:

Prof. Reissert kam nach einem Studium an der Universität Konstanz 1974 an das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und promovierte 1984 an der Freien Universität Berlin. 1993 folgte er als Professor für Politikwissenschaften dem Ruf der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. 1998 übernahm er dort das Amt des Ersten Vizepräsidenten. Nach einem Aufenthalt an der Georgetown University in Washington, USA, wurde Bernd Reissert Gründungsrektor der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA). Seit April 2010 ist Prof. Reissert nun Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

 

Bernd Reissert finden Sie auch im Who's Who der Wissenschaft in Berlin.

 

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Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin

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Die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin ging am 1. April 2009 aus dem Zusammenschluss der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin und der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR) Berlin hervor. Schwerpunkte der Hochschule sind Themen aus Gebieten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Verwaltungs-, Ingenieur- und Rechtswissenschaften.

 

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