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Gerd Gigerenzer

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Prof. Dr. Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Prof. Dr.

Gerd Gigerenzer

Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition (Foto: Dietmar Gust)

Jeder Mensch trifft täglich hunderte von Entscheidungen. Aber nach welchen Kriterien gehen wir dabei vor? Und warum? Wägen wir ab oder vertrauen wir auf unsere Intuition?

 

Mit diesen Fragen setzt sich Professor Dr. Gerd Gigerenzer auseinander. Er ist seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung im Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Anthropologie, Biologie, Informatik, Mathematik, Ökonomie und Psychologie widmet er sich den sogenannten Heuristiken. Hinter diesem abstrakten Begriff verbirgt sich ein praktisches Forschungsziel: Die Wissenschaftler analysieren Verhaltensmuster, nach denen Menschen Entscheidungen treffen und Urteile fällen. Dabei untersuchen sie vor allem die Auswirkungen von Zeitdruck und begrenztem Hintergrundwissen auf Entscheidungsprozesse. Das Team um Gerd Gigerenzer beschäftigt sich mit Grundlagenfragen, aber auch angewandten Problemen. Die Forscher stellen mathematische Analysen auf und führen Experimente durch.

 

Forschungsergebnisse nutzbar machen

 

Gerd Gigerenzer ist kein Wissenschaftler, der sich in Laboren und Versuchsräumen versteckt. Sein Ziel ist es, Forschungsergebnisse populär und vor allem nutzbar zu machen. Deshalb gibt er sein Wissen weiter – mit Erfolg: Gerd Gigerenzer zählt zu den international meist zitierten deutschsprachigen Psychologen. Bekannt geworden ist er vor allem durch sein Buch „Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“, das in 17 Sprachen erschienen ist. In Deutschland wurde es zum besten Wissenschaftsbuch des Jahres 2007 gewählt, in der Schweiz mit dem Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet.

 

Wer denkt, Intuition und Bauchgefühl hätten wenig mit Wirtschaft zu tun, der irrt. „Unsere Erkenntnisse sind zum Beispiel für die Arzt-Patienten-Kommunikation von Bedeutung“, erklärt Gigerenzer, der jahrelang Ärzte der Bayer Schering Pharma AG trainiert hat. Und nicht nur das: Gigerenzer schult regelmäßig amerikanische Richter und Manager in der Entscheidungsfindung und im Umgang mit Risiken und Unsicherheiten.

 

Bewusstsein für Psychologie hat die Wirtschaft erreicht

 

Die Kooperationen des Berliner Max-Planck-Instituts mit der Wirtschaft sind international. Gerd Gigerenzer hält überall auf der Welt Vorträge für Wirtschaftsunternehmen. „Das Bewusstsein für die Bedeutung der Psychologie in der Wirtschaft ist mittlerweile angekommen“, sagt er. Der Psychologe hat an vielen Plätzen der Welt geforscht und gearbeitet. Er lehrte unter anderem an der School of Law der Universität in Virginia und an der Darden Business School der Universität  in Virginia. Er war außerdem Gastprofessor an der kanadischen Queen’s University sowie Gastwissenschaftler an der Harvard University und der Princeton University.

 

Bevor er zum Max-Planck-Institut kam, arbeitete er an der weltweit renommierten University of Chicago. Für Berlin hat er die amerikanische Universität verlassen. Warum? „Ganz einfach“, sagt Gigerenzer. „Es war das Max-Planck-Institut, das mich gereizt hat. Hier herrscht eine gewisse Leichtigkeit, mit der wir Visionen umsetzen können. Rechtliche und administrative Barrieren halten sich in Grenzen.“ Den Wissenschaftsstandort Berlin hält Gigerenzer für stark. „Die Verknüpfung zwischen Forschung und Wirtschaft existiert hier“, sagt er. „Berlin ist eine junge Stadt mit viel Dynamik. Was ihr noch ab und an fehlt, ist der Mut zur Exzellenz – vorhanden ist diese Exzellenz auf jeden Fall!“

 

Gerd Gigerenzer finden Sie auch im Who's Who der Wissenschaft in Berlin.

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Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

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Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung, die sich mit der menschlichen Entwicklung und Bildung beschäftigt, von der Kindheit bis ins hohe Alter.

 

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