Prof. Dr. Dr.
Günter Stock
Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
(Foto: Ekko von Schwichow)

Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
(Foto: Ekko von Schwichow)
Als „Vermittler zwischen zwei Welten“ hat ein Journalist Prof. Dr. Dr. Günter Stock einmal bezeichnet. Und tatsächlich bringt der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der All European Academies (ALLEA) Wirtschaft und Wissenschaft miteinander ins Gespräch. Ein Merkmal, das sich durch seine ganze berufliche Laufbahn zieht, durch seine Zeit als Universitätsprofessor genauso wie durch seine Zeit als Vorstandsmitglied des Pharmakonzerns Schering AG.
„Die Trennung der beiden Welten, Wirtschaft und Wissenschaft, ist eine hoch künstliche und längst nicht mehr zeitgemäße“, sagt Prof. Stock. „Ich habe schon bei Schering immer engen Kontakt zur Wissenschaft gehalten, zum Beispiel zu Max-Planck-Instituten und Helmholtz-Zentren.“ 1983 hatte Günter Stock bei der Schering AG als Leiter des Hauptdepartments Herz-Kreislauf-Pharmakologie begonnen. Davor war er Professor für Vegetative Physiologie an der Universität Heidelberg. Nach seiner Zeit bei Schering zurück an eine Universität zu kehren, wäre für Günter Stock durchaus eine Option gewesen. Doch es kam anders: 2005 wählten ihn die Akademiemitglieder zum Präsidenten der BBAW. „Jetzt sorge ich dafür, dass die jungen Leute forschen können“, sagt er.
Dass er als Mediziner die geisteswissenschaftlich geprägte Akademie leitet, ist für Prof. Stock kein Widerspruch. „Die Strukturen, die ein Wissenschaftler für seine Arbeit braucht, sind in allen Disziplinen ähnlich“, so Stock, der seit 2008 auch Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaft ist. Ausreichende finanzielle Mittel, Ruhe und die Kommunikation der Forschung nach außen gehörten dazu.
Es hilft dem Physiologen Stock, dass er sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch innerhalb der Wirtschaft eng vernetzt ist. Diese Kontakte nutzt Günter Stock auch an anderer Stelle und bringt Forscher und Unternehmer zusammen, etwa als Sprecher von „Health Capital – Netzwerk Gesundheitswirtschaft Berlin Brandenburg“. Bereits als Vorstandsmitglied der Schering AG engagierte sich Prof. Stock intensiv in solchen Netzwerken. In den 90er Jahren war er an der Gründung von BioTOP Berlin-Brandenburg, dem Netzwerk für Biotechnologie, beteiligt, und an der Gestaltung der TSB Technologiestiftung Berlin und des Instituts für Genbiologische Forschung Berlin.
Darauf, dass er über die Jahre die Entwicklung der Biotechnologie-Szene in Berlin entscheidend mit prägen konnte, ist Prof. Günter Stock besonders stolz und blickt optimistisch in die Zukunft. „Berlin ist eine Gesundheitsmetropole und wird es bleiben“, sagt er. Zudem erwartet Prof. Stock eine Re-Industrialisierung der Region, mit einem Schwerpunkt in den wissensbasierten Industrien. „Wenn die Kooperationsbereitschaft zwischen Universitäten, außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen weiter wächst, wird Berlin hier unschlagbar sein, nicht nur in Deutschland, sondern im europäischen Raum.“
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Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist die größte außeruniversitäre geisteswissenschaftliche Forschungseinrichtung in der Region Berlin-Brandenburg. Hauptaufgabe der Akademie ist die Förderung der Wissenschaften.