Martin Fensch
Leiter der Unternehmenskommunikation von Pfizer in Deutschland
(Foto: Pfizer Deutschland GmbH)

Leiter der Unternehmenskommunikation von Pfizer in Deutschland
(Foto: Pfizer Deutschland GmbH)
Forschung, Gesundheitspolitik, Wirtschaft – Die Themen, die Martin Fensch im Namen des Pharmaunternehmens Pfizer täglich kommuniziert, sind breit gestreut. Doch der Leiter der Unternehmenskommunikation behält den Überblick und überzeugt: Gerade erst haben ihn Medizin- und Wissenschaftsjournalisten zum besten Forschungs-Pressesprecher in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ gewählt. Im Interview sagt Martin Fensch, was ihm diese Auszeichnung bedeutet und worauf es bei der Vermittlung von wissenschaftlichen Zusammenhängen ankommt.
Herr Fensch, wie bringen Sie in Ihrer Arbeit Wirtschaft und Wissenschaft zusammen?
M.F.: Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft hängen bei einem forschenden Arzneimittelhersteller unmittelbar und untrennbar zusammen. Es gilt, zum einen bewährte und innovative Medikamente für Mensch und Tier zur Verfügung zu stellen. Zum anderen gibt es noch immer viel zu viele Krankheiten, die nicht oder nicht gut genug behandelt werden können. Da wollen wir Nutzen stiften, neue Behandlungsoptionen schaffen. Und das nutzt dann auch dem Unternehmen.
Worauf kommt es bei der Vermittlung von wissenschaftlichen Zusammenhängen, Forschungsergebnissen und der Arbeit eines so großen Pharmaunternehmens wie Pfizer an?
M.F.: Es kommt darauf an, die Bedürfnisse des Gegenübers zu verstehen und diese möglichst zu erfüllen. Das ist nicht immer ganz einfach, denn wir kommunizieren mit Fachkreisen, mit Publikumsjournalisten und mit der Öffentlichkeit über ganz verschiedene Themen: Krebs, Rheuma, Impfen, Schmerz, Vitamine, Gesundheitspolitik, Forschung, gesellschaftliches Engagement, Wirtschaft, Standorte, Produktion. Was nie schaden kann: Verständlichkeit, Relevanz, Glaubwürdigkeit, schnelle Reaktionszeiten bei Anfragen und Informationen, die man gerne liest, weil sie auf den Punkt gebracht sind.
Sie sind unlängst von Wissenschaftsjournalisten zum besten Forschungs-Pressesprecher in der Kategorie „Industrie und andere Unternehmen“ gewählt worden. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?
M.F.: Das war eine schöne Überraschung, über die ich mich sehr freue – eine tolle Bestätigung unserer Arbeit. Pharma ist eine komplexe Branche. Dass wir hier im Vergleich mit anderen, sei es zum Beispiel Elektronik oder Auto, so abschneiden, ist wirklich eine gute Nachricht. Der Dank geht insbesondere an mein Team, das sehr engagiert und professionell ist und über ein außerordentliches Fachwissen verfügt.
Was schätzen Sie an Ihrem Arbeitsplatz und Wohnort Berlin?
M.F.: Berlin hat einen einzigartigen Charme. Hinzu kommen Internationalität, Kultur, Vielfalt. Gleichzeitig hat Berlin noch Luft, ist entspannter als so manche andere Metropole. Das Leben in Berlin und in den angrenzenden Bezirken macht einfach Spaß. Auch als Arbeitsumfeld ist Berlin klasse. Als forschender Arzneimittelhersteller finden wir viele unserer Partner im Gesundheitswesen, wie zum Beispiel Kliniken oder universitäre Forschung, vor Ort.
Was macht Berlin in Deutschland als Forschungs- und Wirtschaftsstandort einzigartig?
M.F.: Der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Berlin zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus. Der Mix ist das Besondere. Gleichzeitig bietet Berlin durch seine Flexibilität und Offenheit einen fruchtbaren Boden für Start-ups aller Branchen und lockt innovative Forschung und Talente in die Stadt.
Welche Kooperationsmöglichkeiten bietet Berlin einem Unternehmen wie Pfizer?
M.F.: Wir kooperieren mit Forschungseinrichtungen und Kliniken wie zum Beispiel der Charité und stellen hier wichtige Weichen für den medizinischen Fortschritt. Gleichzeitig tauschen wir uns eng mit ansässigen Institutionen und Unternehmen aus – eine wichtige Komponente unserer Arbeit.
Ein Ausblick in die Zukunft: In welche Richtung wird sich Berlin als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort in den kommenden Jahren entwickeln?
M.F.: Aus Sicht der Gesundheitsbranche bin ich davon überzeugt, dass sich Berlin als die Gesundheitsmetropole in Europa etablieren wird. Das ist für alle in Berlin ansässigen Life-Science-Unternehmen eine spannende Entwicklung.
Und welche Ziele haben Sie persönlich sich für Ihre Arbeit in Zukunft gesetzt?
M.F.: Der medizinische Fortschritt kann gute Antworten auf drängende Fragen der demografischen Entwicklung geben. Die Menschen werden älter. Das ist gut und eine große Errungenschaft der Gesellschaft. Gleichzeitig werden unter anderem Krebs und Demenz als Alterskrankheiten weiter zunehmen. Ich hoffe, dass ich noch viele Gelegenheiten haben werde, über neue Therapiemöglichkeiten zu berichten.
Über Martin Fensch:
Aufgewachsen ist Martin Fensch im Rheinland. Er studierte in Berlin, berichtete als Journalist aus dem In- und Ausland und arbeitete dann bei Daimler und Toll Collect. 2005 wechselte Fensch in die Deutschlandzentrale des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer nach Karlsruhe. 2007 übernahm er dort die Leitung der Unternehmenskommunikation und zog 2008 nach Berlin, als Pfizer seine Zentrale dorthin verlegte. Seit 2009 ist er außerdem für die Medienkommunikation der Geschäftseinheit Onkologie in Europa zuständig.
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Pfizer erforscht und entwickelt mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier.In Deutschland beschäftigt das amerikanische Unternehmen derzeit rund 4.000 Mitarbeiter an fünf Standorten: Berlin, Düsseldorf, Freiburg, lllertissen und Karlsruhe.