Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Martin Grötschel
Der Mathematiker ist Vizepräsident des Konrad-Zuse-Zentrums für Informationstechnik Berlin (ZIB) und Gründungsmitglied des DFG-Forschungszentrums MATHEON.
(Foto: MATHEON)

Der Mathematiker ist Vizepräsident des Konrad-Zuse-Zentrums für Informationstechnik Berlin (ZIB) und Gründungsmitglied des DFG-Forschungszentrums MATHEON.
(Foto: MATHEON)
Nach seiner Wahl zum Generalsekretär der International Mathematical Union (IMU) bezeichneten die Medien Martin Grötschel als „Chef“ und sogar als „General“ der Mathematik. Grötschel interessiert sich wenig für solche Titel. „Dass durch meine Wahl und den Umzug des IMU-Sekretariats von Princeton nach Berlin die deutsche Mathematik weiter an Bedeutung gewonnen hat, ist mir Auszeichnung genug“, sagt er.
Bahnbrechende Arbeiten zur kombinatorischen Optimierung
Preise hat der Mathematiker schon viele erhalten, zum Beispiel den Leibniz-Preis – die bedeutendste wissenschaftliche Auszeichnung in Deutschland – und den John von Neumann Theory Prize des Institute for Operations Research and the Management Sciences (INFORMS), für seine bahnbrechenden Arbeiten zur kombinatorischen Optimierung. Im vergangenen Jahr zeichnete der Berliner Senat Grötschel mit dem „Berliner Wissenschaftspreis“ aus. Zudem trägt Martin Grötschel etliche Ehrendoktortitel und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Leopoldina, von acatech und der National Academy of Engineering in den USA.
Neben seiner Professur an der Technischen Universität Berlin ist der Mathematiker Vizepräsident des Konrad-Zuse-Zentrums (ZIB) und Gründungsmitglied des DFG-Forschungszentrums MATHEON, das er sechs Jahre geleitet hat. Unter Leitung von Martin Grötschel entwickelte sich das MATHEON zu einer der bedeutendsten internationalen Einrichtungen für angewandte Mathematik – einer der größten persönlichen Erfolge des Mathematikers.
Gefragte Kooperationspartner der Wirtschaft
Die Bereiche Optimierung und Operations Research begleiten Martin Grötschel seit Jahrzehnten. Wenn es um die Auslegung von Funknetzen für den Mobilfunk, die Steuerung von Pipelines, die Optimierung des Einsatzes von Fahrzeugen und Fahrern bei Verkehrsbetrieben und in der Logistik oder um optimale Produktionsplanung geht, sind Martin Grötschel und sein Team gefragte Kooperationspartner. Weltweit setzen Unternehmen Software aus seiner Arbeitsgruppe ein, wenn sie öffentlichen Nahverkehr planen. Grötschel und seine Mitarbeiter kümmern sich auch um das Netz des DFN-Vereins, über das alle deutschen Wissenschaftseinrichtungen ihren Internetzugang erhalten und das alle zwei Monate an die tatsächliche Bedarfsentwicklung angepasst wird.
Optimale Bedingungen in Berlin
In Berlin fand Martin Grötschel optimale Voraussetzungen, um seine Vision umzusetzen: die enge Verknüpfung der Mathematik mit den Schlüsseltechnologien der heutigen Zeit. „Mathematik ist einer der bedeutendsten Produktionsfaktoren unserer Zeit, ihr Stellenwert wird mit dem technischen Fortschritt immer größer“, sagt er und ist überzeugt, dass Berlin in diesem Fach auch künftig einen hervorragenden Platz einnehmen wird. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gesellschaft davon zu überzeugen, dass die Mathematik die Grundlage dafür ist, die „Effizienz in vielen Bereichen signifikant zu steigern, Kosten zu sparen, Ressourcen zu schonen und Produkte sicherer zu machen.“ Und vielleicht ist Professor Martin Grötschel in diesem Bemühen dann doch auch ein wenig ein „General der Mathematik“.
Martin Grötschel finden Sie auch im Who's Who der Wissenschaft in Berlin.
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Das DFG-Forschungszentrum MATHEON entwickelt Mathematik für Schlüsseltechnologien und unterstützt Partner in Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft.

Das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) betreibt in enger Kooperation mit den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Informationstechnik, vorzugsweise in anwendungsorientierter algorithmischer Mathematik und Praktischer Informatik.