Professor Dr.
Roberto Fornari
Direktor des Leibniz-Instituts für Kristallzüchtung (IKZ) im Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) und Professor am Institut für Physik der Humboldt Universität

Direktor des Leibniz-Instituts für Kristallzüchtung (IKZ) im Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) und Professor am Institut für Physik der Humboldt Universität
DVD-Player, Handys, Laser, Solarzellen, Computer – viele Produkte funktionieren nur, weil in ihnen winzige kristalline Körper stecken. Kaum einer kennt diese Kristalle so gut wie Professor Dr. Roberto Fornari. Er ist Direktor des Leibniz-Instituts für Kristallzüchtung (IKZ) im Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) und zugleich Professor am Institut für Physik der Humboldt Universität.
Roberto Fornari beschäftigt sich seit knapp 30 Jahren mit dem Züchten von Kristallen. Gemeint ist damit die Erzeugung eines geordneten Festkörpers aus ungeordneten Phasen wie Schmelzen, Gasen oder Lösungen.
2003 entschied sich der italienische Wissenschaftler, von Parma nach Berlin zu ziehen und seine Arbeit am Leibniz-Institut für Kristallzüchtung fortzusetzen. In Adlershof züchtet, bearbeitet und charakterisiert er gemeinsam mit über 100 Mitarbeitern viele kristalline Materialien unter Einsatz unterschiedlicher Methoden. Das derzeitige Spektrum der Materialien reicht von klassischen Halbleitern wie Si und Ge über breitlückige Halbleiter wie ZnO, GaN und AlN bis hin zu dielektrischen Oxiden mit speziellen piezoelektrischen und ferroelektrischen Eigenschaften.
„Wir sind ein Kompetenzzentrum für alle wesentlichen naturwissenschaftlichen und technischen Fragen, die die Züchtung und das Wachstum von Volumenkristallen, Schichten und Nanostrukturen betreffen“, erklärte Roberto Fornari. „Die wissenschaftlichen Aktivitäten am IKZ zielen auf die Entwicklung und Untersuchung von kristallinen Materialien ab, die unter anderem inelektronischen und optischen Komponenten, für Strahldetektoren und Sensoren oder in der Energieumwandlung Verwendung finden.“
Guter Kontakt zur Industrie
Roberto Fornari schätzt am Leibniz-Institut für Kristallzüchtung in Berlin vor allem den guten Kontakt zur Industrie. „Zurzeit arbeiten wir zum Beispiel eng mit der Solarindustrie zusammen. Wir verbessern die Basismaterialien, um die Ausbeute von Solarzellen zu erhöhen.“ Roberto Fornari ist außerdem stolz auf den engen Kontakt zu vielen mittelständischen Unternehmen aus Berlin und Brandenburg. „Wir sehen uns nicht nur als wissenschaftliche, sondern auch als Service-Einrichtung. Wir entwickeln Kristalle, Zuchtanlagen und Verfahren für unsere Kooperationspartner und Auftraggeber aus der Wirtschaft.“
Die Entwicklung eines originellen Kristallzüchtungsverfahren war es auch, die Fornari seinen bisher größten Erfolg in Berlin bescherte: 2008 gewann sein Institut gemeinsam mit dem Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS), der Steremat GmbH und der Auteam GmbH den Innovationspreis Berlin-Brandenburg mit „KRISTMAG – Kristallzüchtung im wandernden Magnetfeld“.
Das Prinzip: Die Wissenschaftler nutzen wandernde Magnetfelder, um die Konvektion und den Wärmetransport in der heißen Schmelze zu kontrollieren. Dadurch ließen sich Kristalle – etwa Silizium für Solarzellen oder Galliumarsenid für elektronische Anwendungen – in höherer Qualität als bisher produzieren. Das Ergebnis: Mit KRISTMAG wird ein neuer Zuchtanlagentyp möglich, der bessere Ergebnisse erzielt sowie kosten- und energiesparend ist. Fornari: „Die Firma Steremat hat unsere Know-how und Patente übernommen und arbeitet nun damit. Das ist für uns das perfekte Zusammengreifen von Wissenschaft und Wirtschaft.“
„Ein bisschen Wettbewerb gibt es auch“
Die Forschungsarbeit in Berlin hat den Italiener längst überzeugt: „Adlershof ist ein sehr guter Standort – vor allem wegen der hervorragenden Konzentration von wissenschaftlichen Einrichtungen und ihrer guten Vernetzung. Und ein bisschen konstruktiven Wettbewerb gibt es zwischen den Einrichtungen manchmal auch.“
An Berlin als Wissenschaftsstandort gefallen Roberto Fornari vor allem auch die vielen Fördermöglichkeiten. „Hier gibt es sehr gute Voraussetzungen, um Unterstützung für neue Ideen zu erhalten. Auch die Industrie ist sehr offen für Kooperationen mit der Wissenschaft.“
Deutschland als neuer Heimat- und Arbeitsort bleibt Fornari deshalb auch in Zukunft treu. „Mir gefällt hier wirklich alles – nur das Wetter nicht.“
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