Prof. Dr.
Stefan Jähnichen
Seit 1991 forscht und lehrt der Informatiker in Berlin und war unter anderem an der Entwicklung mehrerer Satelliten beteiligt. (Foto: FIRST)

Seit 1991 forscht und lehrt der Informatiker in Berlin und war unter anderem an der Entwicklung mehrerer Satelliten beteiligt. (Foto: FIRST)
Prof. Dr. Stefan Jähnichen will mit seinem Team hoch hinaus – sogar bis ins Weltall. Seit 2001 leitet er das Berliner Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST). Eines seiner aktuellen Projekte: ein Kleinsatellit namens TET-1, der Geräte für wissenschaftliche Experimente in den Weltraum transportieren soll.
Nach Forschungen im Ausland zurück nach Berlin
Im Bereich Informatik ist Stefan Jähnichen ein Berliner Urgestein. Nach seiner Promotion an der Technischen Universität Berlin forschte er im In- und Ausland und wurde Professor an der Universität in Karlsruhe. 1991 folgte die Berufung an die Technische Universität Berlin, wo er seitdem das Fachgebiet Softwaretechnik der Fakultät IV (Elektrotechnik und Informatik) leitet. Das Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik vertritt Jähnichen in nationalen und internationalen Gremien, zum Beispiel als Mitglied im Fachkollegium Informatik/Softwaretechnologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft und als Aufsichtsratsmitglied des European Center for Information and Communication Technologies (EICT). Darüber hinaus ist Stefan Jähnichen Präsident der Gesellschaft für Informatik (GI).
Experten, Labore und Einrichtungen vor Ort
An Berlin schätzt Jähnichen vor allem die hohe Dichte, Qualität und Vernetzung der Wissenschaftseinrichtungen. „Industrieunternehmen finden hier zu fast allen Themen Experten, Labore und Einrichtungen“, sagt er. „Die Stadt verfügt über eine unglaubliche Strahlkraft. Berliner Wissenschaftler bringen ihre Kenntnisse in Projekte auf der ganzen Welt ein, und Experten aus allen Ländern treffen sich hier zum Gedankenaustausch. Berlin fungiert aus wissenschaftlicher Perspektive wie der Hub eines großen internationalen Flughafens – als Drehkreuz für Wissenschaftler aller Nationen und Disziplinen.“
Ein Satellit als Feuermelder im All
Am Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik hat Stefan Jähnichen viele Erfolge erzielt. Auf seine Initiative hin übernahm das Institut damals beispielsweise zwei Abteilungen der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR in seine Organisationsstruktur. Gerne schaut Jähnichen auch auf das BIRD-Projekt (Bispectral Infra-Red Detection) zurück. Er erklärt: „Der Satellit BIRD war eine Art Feuermelder im All. Er konnte vom Weltraum aus Waldbrände erkennen und analysieren. Wir haben für diesen Satelliten den Steuerrechner gebaut, der den kleinen Vogel viele Jahre lang komplett autonom und ausgesprochen zuverlässig steuerte.“
Diese Erfahrungen bringt das Team nun in TET-1 ein. Das Besondere an beiden Projekten: Das ansonsten weltweit agierende Institut hat sie komplett in Berlin realisiert. Jähnichen: „Wir arbeiten hier eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH zusammen. Unsere unterschiedlichen Kompetenzen haben sich hervorragend ergänzt.“
Wissenschaft trifft auf Kreativwirtschaft
Für die Zukunft sieht Stefan Jähnichen viel Potenzial in Berlin: „Wissenschaft und Kreativwirtschaft werden künftig viel stärker kooperieren. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die unterschiedliche Sicht auf die Welt werden viele spannende Projekte und Produkte entstehen.“
Stefan Jähnichen finden Sie auch im Who's Who der Wissenschaft in Berlin.
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Fraunhofer FIRST entwickelt „State-of-the-art“-Softwaretechnologie, um seine Kunden und Partner bei der optimalen Gestaltung von IT-basierten Prozessen zu unterstützen.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) versteht sich als Plattform für Informatikfachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft, Lehre und Öffentlicher Verwaltung und versammelt eine geballte Konzentration an Wissen, Innovation und Visionen.