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Michael Barth

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Porträt von Dr. Michael Barth mit Berlin im Hintergrund

Dr.

Michael Barth

Mitglied der Arbeitsgruppe Nanooptik am Institut für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin (Foto: Tim Schröder)

Dr. Michael Barth ist vom Licht fasziniert. So sehr, dass der 30-jährige Physiker der Humboldt-Universität zu Berlin es zu seinem Forschungsschwerpunkt und zum zentralen Thema seiner Dissertationsarbeit gemacht hat. Mit Erfolg: Er gewann den Adlershofer Dissertationspreis 2010.

 

Michael Barth hat sich für seine Dissertation auf dem Campus Adlershof mit der Herstellung und Untersuchung von nanophotonischen Bauelementen beschäftigt. Diese winzigen Bauelemente könnten die Computerwelt auf den Kopf stellen – als Kernbestandteil von optischen Quantencomputern.

 

Quantencomputer sind Zukunftsmusik, die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. „Aber sie lohnt sich“, sagt Michael Barth. „Quantencomputer wären den herkömmlichen Computern haushoch überlegen. Sie wären wesentlich schneller und effizienter.“

 

Bei optischen Quantencomputern funktionieren die Schaltkreise nicht elektronisch, sondern auf Basis von Licht. Mit seiner Dissertationsarbeit ist Michael Barth der Entwicklung solcher Quantencomputer ein wenig näher gekommen: Er machte entscheidende Fortschritte bei der Erzeugung und Speicherung des Lichts in kleinsten integrierten optischen Systemen. Zudem fand er einen Weg, die Wechselwirkung von Licht und Materie im Millionstel-Millimeter-Bereich zu verstärken.

 

Größter Vorteil: Die hohe Geschwindigkeit

 

Sollte die Entwicklung voranschreiten, könnten die neuen Quantencomputer nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Wirtschaft interessant werden. „Codes könnten in sehr viel höherer Geschwindigkeit entschlüsselt werden“, sagt Michael Barth. Ein Vorteil, von dem zum Beispiel Geheimdienste profitieren könnten. Auch alltägliche Prozesse wie die Suche in Datenbanken könnten Quantencomputer beschleunigen.

 

Für seine Forschung arbeitete Michael Barth eng mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie zusammen. Wegen solch intensiver Kooperationen schätzt er die Forschungsarbeit in Berlin. „Die Vielzahl an wissenschaftlichen Einrichtungen ist beeindruckend, und auch die Nähe zur Industrie“, sagt der Physiker. „Egal, was man braucht, in Berlin findet man es.“

 

Vor fünf Jahren ist Michael Barth nach Berlin gekommen. Zuvor hatte er in Chemnitz Physik studiert. „Schon damals interessierte mich die Optik mehr als die Festkörperphysik. Und nach dem Abschluss habe ich ganz bewusst nach einer entsprechenden Doktorandenstelle gesucht“, sagt er. Berlin bot ihm alles, was er brauchte: „Ein interessantes Forschungsfeld und eine tolle Stadt zum Leben.“

 

Nachwuchs fördern und in die Schulen gehen

 

Bei der Forschung hat Michael Barth es jedoch nicht belassen: Um die Optik populärer zu machen und Nachwuchs für die Wissenschaft zu gewinnen, hat er gemeinsam mit anderen Forschern 2008 die Gemeinschaft Berlin Optik (www.berlinoptik.de) gegründet. Sie wird finanziert von Amerikas größter Vereinigung für optische Wissenschaften, die Optical Society of America. Michael Barth: „Wir organisieren Firmenbesuche, Veranstaltungen und wollen zukünftig auch Optik-AGs in Schulen anbieten.“

 

Trotz spannender Projekte und Forschungsmöglichkeiten zieht es Michael Barth nun in die Wirtschaft. „Ich möchte meine Erfahrung in der Industrie einsetzen und anwendungsbezogen arbeiten“, sagt er. Für Berlin wünscht er sich, dass sich die Forschungslandschaft weiterhin so vielfältig entwickelt und attraktiv für kleine, mittelständische Unternehmen bleibt. „Und ich hoffe, dass das Interesse an der Entwicklung von Quantencomputern nicht nachlässt. Wir sind auf dem richtigen Weg und sollten ihn weitergehen.“

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