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Galaveranstaltung in Potsdam: Staatssekretäre würdigen die Gewinner des Innovationspreises Berlin Brandenburg

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Innovationspreises Berlin Brandenburg | Quelle: Jasmin Schuller Photography

Sie haben sich durchgesetzt gegen mehr als 100 Konkurrenten. Die Laser- und Medizin-Technologie GmbH, die Experimental Game GmbH und die ZaaK Technologies GmbH wurden im Potsdamer Hans Otto Theater mit dem Innovationspreis Berlin Brandenburg ausgezeichnet. Der renommierte Wirtschaftspreis der Hauptstadtregion ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert.  

Im Rahmen einer feierlichen Galaveranstaltung überreichten die Staatssekretäre Dr. Hans Reckers (Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung) und Hendrik Fischer (Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg) die Preise. Reckers würdigte die drei Gewinnerteams: „Sie unterstreichen eindrucksvoll die herausragende Innovationsstärke der Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg.“

Die Preisträger und ihre Innovationen im Überblick:

Dieses Team entwickelte den LMTB Blutbeutelsensor: Dr. Uwe Netz, Lesley Hirst, Stefan Ey, Enno Ott, Kirsten Guthmann-Scholz, Rijk Schütz (v. li. n. re.). Foto: LMTB
Dieses Team entwickelte den LMTB Blutbeutelsensor: Dr. Uwe Netz, Lesley Hirst, Stefan Ey, Enno Ott, Kirsten Guthmann-Scholz, Rijk Schütz (v. li. n. re.). Foto: LMTB

Laser- und Medizin-Technologie GmbH (LMTB): Ein Sensor zur exakten Analyse von Blutkonserven

Wie viel Hämoglobin enthält eine Blutkonserve? Erst seit die Forscher der LMTB in Berlin-Dahlem einen Sensor zur präzisen Bestimmung des roten Blutfarbstoffs in Blutkonserven entwickelten, kann diese Frage genau beantwortet werden. Bislang war lediglich eine grobe Messung möglich. Nach Angaben des Projektleiters, Dr. Uwe Netz, erhalten Patienten dank des neuen LMTB-Blutbeutelsensors nur noch so viel Hämoglobin wie nötig: „Unsere Innovation ermöglicht eine gezieltere Therapie und bedeutet ein Einsparpotenzial für Blutkonserven, weil sie die genaue Bestimmung des Wirkstoffs Hämoglobin möglich macht.“ Hämoglobin ist zuständig für den Sauerstofftransport im Körper. Der Sensor misst den Wirkstoffgehalt optisch, indem LED-Lämpchen die steril verschlossenen Konserven durchleuchten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Experimental Game GmbH mit den beiden Firmengründern Thomas Langhanki (5. v. li.) und Klaus-Dieter Müller (5. v. re.) erfanden die Gamebook Technology. Foto: Katja Kuhl
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Experimental Game GmbH mit den beiden Firmengründern Thomas Langhanki (5. v. li.) und Klaus-Dieter Müller (5. v. re.) erfanden die Gamebook Technology. Foto: Katja Kuhl

Experimental Game GmbH: Die Verwandlung von Wörtern in interaktive Sequenzen

Einfacher kann man ein Computerspiel nicht produzieren. Die Experimental Game GmbH hat eine Technologie entwickelt, die eine verschriftlichte Story automatisch in interaktive Sequenzen verwandelt. Mit der Gamebook Technology kann ein Autor sein Drehbuch in einen Text-Editor schreiben und gleichzeitig auf der anderen Seite des Bildschirms die Visualisierungen sehen: die Figuren, die er ausgewählt hat, und sogar die Bewegungen ihrer Lippen.  Laut Geschäftsführer Prof. Thomas Langhanki steht der Zugang zum Markt für interaktive Inhalte jetzt auch Firmen offen, die über kein hohes Spezialwissen verfügen: „Die Gamebook Technology ist eine Entwicklungsumgebung, die sowohl von technisch wenig versierten Kreativen als auch von Spezialisten genutzt werden kann.“

Staatssekretär Dr. Hans Reckers (3. v. re.) überreichte ZaaK-Geschäftsführer Abbas Khan (3. v. li.) in Anwesenheit von Stephen Hoffmann (Investitionsbank Berlin), Niklaus Grünenfelder (ZaaK), Staatssekretär Hendrik Fischer und einer Assistentin (v. li. n. re.) einen Scheck. Foto: Jasmin Schuller Photography
Staatssekretär Dr. Hans Reckers (3. v. re.) überreichte ZaaK-Geschäftsführer Abbas Khan (3. v. li.) in Anwesenheit von Stephen Hoffmann (Investitionsbank Berlin), Niklaus Grünenfelder (ZaaK), Staatssekretär Hendrik Fischer und einer Assistentin (v. li. n. re.) einen Scheck. Foto: Jasmin Schuller Photography

Zaak Technologies GmbH: Sauberer Öko-Sand für die Bauwirtschaft

Schmutzige Flugasche aus Kohlekraftwerken wird in einen sauberen, vollständig ökologischen Industriesand verwandelt. Die Zaak Technologies GmbH hat ein Verfahren entwickelt, das Abfälle aus der industriellen Kohlekraftwerksproduktion zu einem hochwertigen Produkt für die Bauwirtschaft verarbeitet. Der ZaakSand ist etwa 50 Prozent leichter als natürlicher Sand und eignet sich für Beton, Mörtel und Putz. Gebäude, die mit dem Öko-Sand gebaut werden, sind um bis zu zwölf Prozent leichter als Gebäude, in denen normaler Sand verbaut wird. Außerdem kann  eine bis zu 500 Prozent höhere Wärmeisolierung erreicht werden. Bislang werden Hunderte Millionen Tonnen Flugasche, die Kohlekraftwerke jährlich produzieren, weitgehend zum Teil umweltschädigend in Deponien entsorgt.

Preis wird seit 1992 vergeben

Die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung und das Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Energie zeichnen einige der innovativsten Unternehmen der Region bereits seit 1992 mit dem begehrten Wirtschaftspreis aus.