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elektrischer Antrieb
Der rein elektrische Antrieb DrivePacEV80 von IAV © IAV

IAV

Neuartiger Elektroantrieb bringt Autofahrern mehr Spaß – und seinen Entwicklern den Innovationspreis

Das Ziel hat die Bundesregierung vorgegeben: 2020 sollen rund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. Doch noch haben nur verhältnismäßig wenig Autofahrer die Elektromobilität für sich entdeckt. Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, der elektrische Fahrspaß könne noch nicht ganz mit dem eines herkömmlichen Autos mithalten. Doch mit einem neuartigen elektrischen Antrieb des Berliner Unternehmens IAV könnte die uneingeschränkte Freude am Fahren nun ein Stück näher rücken: DrivePacEV80 heißt die Entwicklung, für die das Unternehmen den Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2011 erhalten hat.

Antrieb bringt bessere Beschleunigung und geringeren Energieverbrauch

Im Gegensatz zu den bisherigen Elektroantrieben, die mit einem Ein-Gang-Getriebe gekoppelt sind, verbirgt sich hinter dem DrivePacEV80 eine integrierte Antriebseinheit mit Zwei-Gang-Getriebe. Dem Fahrer bringt das eine deutlich verbesserte Beschleunigung und damit mehr Fahrspaß. Außerdem ist der neue Antrieb energieeffizienter als vergleichbare E-Antriebe, die heute auf dem Markt sind. Das wiederum macht den Einsatz einer kleineren Batterie möglich. „Damit ist ein weiteres Puzzlestück zur Alltagstauglichkeit dazugekommen“, sagt Ingenieur Erik Schneider, der eine der IAV-Forschungsabteilungen leitet.

Zwei Jahre hat das etwa 20-köpfige Team an der Entwicklung gearbeitet. Beteiligt waren unter anderem Spezialisten aus den Bereichen Leistungselektronik, E-Maschinen, Hydraulik, Elektronische Steuerung und Getriebemechanik. Regelmäßig greifen die IAV-Ingenieure bei Entwicklungsprojekten auf die Unterstützung aus der Wissenschaft zurück, beispielsweise auf die der Technischen Universität Berlin, mit der IAV immer wieder zusammenarbeitet. „Wir haben in Berlin eine sehr entwicklungsfreundliche Umgebung“, sagt Mirko Taubenreuther, Leiter der Abteilung System Development / Electric Drives and Battery Systems bei IAV. Und das nicht nur durch die Zusammenarbeit mit der TU Berlin: IAV gehört beispielsweise auch zum Innovationscluster Verkehr, Mobilität und Logistik der Länder Berlin und Brandenburg.

Elektrischer Gesamtantrieb mit DrivePac EV80
Anordnung des elektrischen Gesamtantriebs mit dem DrivePacEV80 von IAV © IAV

Akzeptanz von Elektromobilität muss wachsen

Ein weiterer Vorteil Berlins aus Sicht der IAV-Ingenieure: Hier könnte die Elektromobilität als erstes im Alltag ankommen. Modell- und Carsharing-Projekte, wie es sie in Berlin bereits gibt, seien wichtig, damit Autofahrer den Spaß an der Elektromobilität entdecken können, so Taubenreuther. Nur so wachse auch die Akzeptanz. „Wir brauchen Bürger, die Elektromobilität tatsächlich nutzen wollen“, sagt er, „und bereit sind, dafür vielleicht den ein oder anderen Kompromiss einzugehen. Damit steht und fällt alles.“ Studien zeigten zwar, dass die meisten Autofahrer im Alltag häufiger Kurzstrecken zurücklegten als lange Distanzen. „Aber die Nutzer wollen die Sicherheit haben, beides fahren zu können.“

Bis das DrivePacEV80 tatsächlich auf die Straße kommt, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Der Antrieb läuft bisher als Prototyp im Unternehmen. „Das DrivePacEV80 ist ein Antrieb für die Zukunft, für die nächste Generation der Elektrofahrzeuge“, sagt Erik Schneider. Bis Fahrer also ein Auto mit DrivePacEV80 kaufen können, werden noch etwa vier bis fünf Jahre vergehen. „Innovation ist selten etwas, das mit einem Fingerschnippen auf den Markt gebracht wird, sagt Mirko Taubenreuther. Aber die Grundlagen dafür haben die Mitarbeiter von IAV gelegt.

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