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Stadtquartier von morgen

Auf dem EUREF-Campus arbeiten Forschung und Unternehmen gemeinsam für die Lösungen von morgen.

Mitten in Berlin wird auf dem EUREF-Campus an der Vision einer nachhaltigen Stadt von morgen gearbeitet. Ökologisch und ökonomisch sinnvolle Ideen machen den Forschungs- und Technologiecampus in Schöneberg zu einer „Intelligenten Stadt“, in der Wissenschaftler und Unternehmen optimale Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden. Seit dem Herbst 2012 können auch Studenten der Technischen Universität Berlin von dem visionären Flair profitieren.

Campus
EUREF Campus © Inno Z, Fotograf Kai Abresch

Virginia Sáez Ferrer möchte nachhaltige Architektur entwerfen. Sie arbeitete bereits als Architektin und Bauleiterin in Spanien und entschied sich dann, ihr Wissen auf dem Gebiet des ökologischen Gebäudebaus zu erweitern. Der Masterstudiengang „Energieeffizientes Bauen und Betreiben von Gebäuden“ der TU Berlin bot für sie die optimale Kombination aus Architektur und nachhaltigem Energiemanagement. Daher ist sie seit dem Wintersemester 2012 eine von einem knappen Dutzend Studierenden, die auf dem EUREF-Campus ihr Studium rund um das Thema Stadt und Energie aufgenommen haben.

Von der Theorie zur Praxis

Die Studierenden schätzen die neue Lehr- und Forschungsstätte auf dem Gelände des stillgelegten Gasometers in Berlin-Schöneberg, weil sie hier in kleinen Gruppen disziplinübergreifend arbeiten und die gelernte Theorie direkt in der Praxis überprüfen können. Möglich wird dieser Brückenschlag durch die innovative Infrastruktur des Campus: Für die Energieversorgung auf dem Gelände werden regenerative Energiequellen wie Solar, Windkraft, Biogas, Tiefengeothermie genutzt, ein „Micro Smart Grid“ (kurz MSG: ein intelligentes, lokales Energienetz) sorgt darüber hinaus für eine nahezu CO2-neutrale Stromversorgung und niedrige Verbrauchskosten. Außerdem gibt es eine Carsharing-Station für Elektrofahrzeuge, mit denen neue Mobilitätskonzepte getestet werden und die zusätzlich als dezentrale Energiespeicher für das MSG dienen. Der Forschungs- und Technologiecampus ist somit ein Reallabor, in dem Wissenschaftler und Studierende in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen, die sich dort angesiedelt haben, Lösungen für die intelligente Stadt von morgen entwickeln.

Ladestation für Elektroautos © EUREF
Hier tanken die Elektroautos Energie.

Viele Unternehmen nutzen die Chance, sich zu engagieren

Schneider Electric ist eines der Unternehmen, die den Standort nutzen, um Kunden Konzepte für effektives Energiemanagement anzubieten. Dazu gehören u. a. Hard- und Softwarelösungen für Infrastrukturen, Wohn- und Bürogebäude oder Rechenzentren. Für Schneider Electric ist der EUREF-Campus ein Stück gelebte Energiewende – ein Großprojekt, das sich nur durch Kooperation aller Beteiligten realisieren lässt. Der Wille zur Nachhaltigkeit ist hier deutlich zu spüren. Das Unternehmen profitiert davon, dass auf dem Campus ein vielfältiges Netzwerk aus Partnern gewachsen ist, das den Dialog zwischen den einzelnen Akteuren fördert.Auch die Firma InnoZ engagiert sich auf dem Campus. Seit Jahresende 2011 erprobt InnoZ gemeinsam mit lokalen Partnern die intelligente Verknüpfung zwischen Wind- und Sonnenkraftwerken, Bürogebäuden sowie Elektrofahrzeugen mithilfe des MSG vor Ort. Dabei nutzt das Unternehmen den Wissenstransfer, der durch die tägliche Zusammenarbeit sowie durch die zahlreichen Fachveranstaltungen und Kongresse auf dem Campus entsteht, für die Weiterentwicklung seiner Lösungsansätze.

Kontakte für morgen

Studenten wie Virginia Sáez Ferrer profitieren von dieser engen Kooperation der unternehmerischen, akademischen und politischen Akteure. Die Energiefachleute von morgen können nicht nur Kontakte knüpfen, sondern auch herausfinden, in welchen wissenschaftlichen Bereichen ihr Wissen gefragt ist. Ob Virginia Sáez Ferrer nach ihrem Studium in einem Architekturbüro arbeiten möchte oder in die Forschung gehen wird, weiß sie allerdings noch nicht.

Sicher ist aber, dass sich der EUREF-Campus schrittweise zu einem Innovations- und Ideenzentrum für die moderne Stadtentwicklung entwickelt hat – es entstehen dort architektonisch anspruchsvolle und CO2-neutrale „Green Buildings“, die an nationale sowie internationale Firmen mit Energie- und Nachhaltigkeitsbezug vermietet werden. Außerdem sind weitere Partnerschaften mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Berlin und Potsdam geplant. Die Verantwortlichen des EUREF-Campus sind sich sicher: Auf dem Gelände des ehemaligen Gasometers in Berlin hat die Zukunft schon heute begonnen.

Über den EUREF-Campus:

Schon heute arbeiten hier mehr als 600 Menschen an Ideen für die Stadt von morgen. Auf dem 55.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen bis 2018 bis zu 5.000 Arbeitsplätze. Über 600 Millionen Euro werden in denkmalgeschützte Backsteingebäude, Freiflächen und architektonisch ansprechende „Green Buildings“ investiert. Insgesamt entstehen auf dem EUREF-Campus etwa 20 Gebäude rund um das 78 Meter hohe Wahrzeichen Schöneberger Gasometer.

Die TU Berlin bietet über ihr An-Institut, die TU-Campus EUREF gGmbH, aktuell die Studiengänge „Energieeffizientes Bauen und Betreiben von Gebäuden (MSc)“, „Energieeffiziente urbane Verkehrssysteme (MSc)“ und „Urbane Versorgungsinfrastrukturen (MSc)“ an. Darüber hinaus sind auch flexible Weiterbildungen in Form von Abendkursen, 2-Tages-Seminaren, Summer Schools oder Intensivschulungen über einen längeren Zeitraum zum Thema „Die nachhaltige Stadt von morgen“ möglich. Schwerpunkte bilden hierbei die Bereiche Energie, Mobilität, gesellschaftliche Akzeptanz und Governance. In den Kursen, werden aktuelle technische, ökologische, ökonomische und politische Entwicklungen rund um die Energiewende vorgestellt und diskutiert.

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