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Mär 13 2017

Innovation liegt in der Nachbarschaft

Studie zur Schaffenskraft von Unternehmen belegt: Nähe zur Forschung ist entscheidend

 

Cafés, Bars, Boutiquen, Künstlerkiez: Sind diese Faktoren wichtig für die Innovationskraft von Unternehmen? Der Mythos vom „kreativen Umfeld“ schien das nahe zu legen. Drei Ökonomen wollten es genau wissen und haben untersucht, ob und inwieweit die Nachbarschaft die Schaffenskraft beeinflusst. Das Ergebnis: Der wichtigste Innovationsindikator ist die Nähe zu einer Forschungseinrichtung.

 

„Innovative Firmen befinden sich deutlich näher an Wissenschaftszentren und Universitäten als nicht-innovative Firmen. Bars, Restaurants oder Galerien dagegen bringen keinen positiven Einfluss auf die Innovationskraft eines Unternehmens“, hat Ökonom Christian Rammer, Hauptautor der englischsprachigen Studie „Microgeography of Innovation in the city“, festgestellt. Das beweise, dass die Innovation in Berlin eher wissenschaftsgetrieben sei. In Zusammenarbeit mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jan Kinne und Knut Blind, Professor am Institut für Technologie und Management der TU Berlin, untersuchte Rammer mehr als 5.000 Unternehmen von 2011 bis 2015 in Berlin aus den Bereichen Industrie, Ingenieurbüros, Medienhäuser oder Beratungen. Die Forscher stützen sich auf Ergebnisse einer Innovationsumfrage von Eurostat. Darin werden Unternehmen gefragt, ob sie in den vergangenen drei Jahren eine wichtige Produktinnovation eingeführt haben.

 

Als „Hotspots“ für innovative Unternehmen machten die Forscher Standorte nahe der Technischen Universität in Berlin-Charlottenburg aus, außerdem den Campus Berlin-Buch im Nordosten der Stadt, auf dem sich viele Biotechnologie-Unternehmen niedergelassen haben. Ein weiterer Anziehungspunkt für neue Ideen sei außerdem der Technologiepark Adlershof im Südosten der Stadt. Dort haben sich mehr als 1.000 kleinere Technologie-Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen niedergelassen. „Berlin profitiert enorm von seinen Forschungsinstituten“, sagt Rammer. Damit unterscheide sich die deutsche Hauptstadt von anderen Start-up-Metropolen wie New York, wo sich kein einziges Forschungsinstitut von Weltrang befindet.

Neue Nachbarn kurbeln außerdem den Wettbewerb an, weiß Rammer: „Wenn innovative Unternehmen an einen Standort ziehen, steigt die Innovationskraft der bereits ansässigen Unternehmen.“ Das beziehe sich vor allem auf kleinere Firmen mit weniger als 40 Beschäftigten.