Berlin Sciences Navigator

Erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Berliner Wissenschaftslandschaft.

Mai 15 2017

Mobilität in expandierenden Städten

Mit den Generationen verändert sich der Bezug zur Mobilität: Fahrrad statt Auto, aber Online-Handel statt persönlichem Einkauf. Diese und andere Entwicklungen stellen Stadtplaner vor erhebliche Herausforderungen. Professor Markus Stöckner, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums Infrastrukturmanagement im Verkehrswesen, entwickelt für die Senatsverwaltung Berlin eine strategische Vorgehensweise zur systematischen Erhaltungsplanung für Stadtstraßen – und geht die Schwierigkeiten an.

 

„Wir sind mit unterschiedlichen Entwicklungen konfrontiert“, sagt Stöckner. „Hier spielt die rasant fortschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft eine große Rolle.“ Als Beispiel nennt er den Online-Handel: „Es wird kaum möglich sein, dies langfristig über konventionelle Kurier-, Express- und Paketdienste abzuwickeln.“ E-Fahrzeuge und autonome Fahrzeuge werfen neue Fragen der Energiebereitstellung und einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur auf.

 

Verändertes Mobilitätsverhalten

Für junge Erwachsene hat das eigene Auto nicht mehr gleiche Priorität wie in den vorausgegangenen Generationen, hat Stöckner festgestellt. Sie sind multimodal unterwegs. Die anwachsende Zahl an Senioren führt zu einer veränderten Verkehrsnachfrage über den Tag, die morgendlichen und abendlichen Spitzenwerte verändern sich hier zusehend. Dazu macht Stöckner einen ausgeprägten Trend zum Fahrradfahren aus: „In vielen größeren Städten wird bereits ein nennenswerter Teil des täglichen Verkehrs durch das Fahrrad abgewickelt.“

 

Daraus resultiert für das Transferzentrum: Der Fokus liegt auf den intelligenten Umgang mit der vorhandenen Infrastruktur, nicht auf den Neubau von Straßen. „Zielsetzung der von uns mitentwickelten Systeme ist, den technischen Zustand eines komplexen Straßennetzes zu beschreiben, um damit verbundene aktuelle Probleme transparent und objektiv zu erkennen“, erklärt Stöckner. Die Zustandsentwicklung zu prognostizieren und dann unter verschiedenen technischen und planerischen Randbedingungen netzweite Erhaltungsstrategien zu entwickeln, sei Ziel der Systeme. So lässt sich auch eine Finanzbedarfsprognose erstellen. Unangenehme Überraschungen mit plötzlichen Ausfällen werden so vermeidbar und die Funktionsfähigkeit und Verfügbarkeit der Infrastruktur kann planbar gestaltet werden. 

Verwandte Innovationsfelder